Echte Gastfreundschaft und regionale Genüsse

Vor einem Jahr wurde Tourismusstrategie gestartet. Jetzt kommen erste Projekte in Fahrt.
Bregenz. „Vorarlberg wird Tourismusland Nr. eins“, schmetterte Hans Peter Metzler in den Raum und Gastronomen, Hoteliers und Touristiker applaudierten bei diesem denkwürdigen Anlass vor einem Jahr im Festspielhaus Bregenz heftig. Der visionäre Spartenobmann des Tourismus in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, der mit seinem Gasthaus Schiff in Hittisau ein gutes Vorbild für andere Touristiker abgibt, ließ die zuständigen Herren Politiker und Funktionäre die Strategie gemeinsam signieren, damit auch alle mit im Boot sind. Und dann verschwand dieses Boot im Nebel, der so viele ambitionierte Projekte verschlingt.
Doch nun lichten sich die Nebel. Anlässlich der Sommerstart-Präsentation des Tourismusverbandes präsentierten Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser und Vorarlberg-Tourismus-Chef Christian Schützinger erste Projekte, die im Rahmen der Jury angelaufen sind. Am weitesten fortgeschritten ist wahrscheinlich die „Landgut“-Initiative, die Lebensmittel aus der Region in die Gastronomie bringen soll. 20 Gastbetriebe wurden im Feldversuch von 30 landwirtschaftlichen Betrieben beliefert. Die Logistik dafür wurde vom Dornbirner Unternehmen Schluge Transporte entwickelt und erprobt. Schützinger: „Nach der erfolgreichen Testphase gibt es jetzt das Rollout. Ziel ist es, in der nächsten Phase hundert Betriebe zu beliefern.“
Ausbildung synchronisieren
Der schwierigste Brocken wird wohl die Neuorganisation der Ausbildung sein. Es gelte, so Schützinger, Lehre und schulische Ausbildung zu synchronisieren. „Es finden intensive Gespräche mit den Schuldirektoren statt.“ Die Ideen der „sehr aufgeschlossenen Schulleiter“ sollen dazu führen, dass die Ausbildung attraktiver wird. Besprochen wird freilich auch die Reduzierung der Schulstandorte: Ziel ist eine Schule mit Weiterbildungs- und Netzwerkmöglichkeiten in „Vorarlberg Süd“.
Projekt Gastfreundschaft
Um dem Ziel, Tourismusland Nr. 1 zu werden, näher zu kommen, braucht es neben qualifizierten Mitarbeitern vor allem eines: Gastfreundschaft. Damit beschäftigen sich derzeit die Bregenzerwälder. Rüdisser: „Betriebe, Mitarbeiter und Einheimische können ihre Region nur authentisch vermitteln, wenn sie sich mit ihr identifizieren.“ Nun wird die „Marke Bregenzerwald“ vermittelt und mit den Beteiligten abgeglichen. Eine eigene Zeitung wird die Inhalte dann mit Themen, Geschichten und Porträts den Einheimischen näher bringen.
„Erlebnisraumdesign“
heißt das Projekt, an dem die Destination Bodensee-Vorarlberg tüftelt. Verschiedene Areale sollen als Erlebnisräume gestaltet werden, die die Kultur und Geschichte des jeweiligen Ortes authentisch wiedergeben und erlebbar machen. Und die Convention Partner Vorarlberg (CPV), deren Aufgabe es ist, Kongresse ins Land zu holen und zu managen, haben einen Nachhaltigkeitsprozess gestartet, der schon erste Ergebnisse zeitigte: „CPV ist bereits Träger des Umweltzeichens und darf „Green Meetings“ zertifizieren“, freut sich Landesstatthalter Rüdisser.
Um noch auf den Sommer 2013 zu sprechen zu kommen: Bis die Maßnahmen der Tourismusstrategie greifen, macht Vorarlberg mit bewährten Konzepten weiter: Investitionen in die Qualität wie beispielsweise im Hotel Schwärzler, das sich „regional“ runderneuert präsentiert, Angebote wie die „Zit füranandr“, bei der Single-Eltern und ihr Nachwuchs gemeinsam in der Alpenregion Bludenz urlauben, Kultur im ländlichen Raum. Das und etliche weitere Initiativen sollen diesen Sommer Gäste nach Vorarlberg locken.