Auf dem Weg zur Nummer eins
Der Weg zur Nummer eins ist lang und steinig. Und man kann sich leicht verirren an den vielen Weggabelungen und Kreuzungen, die nach Nummer zwei führen und nach Nummer drei. Und weil man schnell in die falsche Richtung gerät, sollte man nicht viel Aufhebens um den mühseligen Marsch machen, will man nicht zum Gespött der Beobachter werden.
Nun – die Vorarlberger Touristiker waren zumindest so mutig, das Ziel zu nennen. Sie haben es in schillernden Farben geschildert, sie machten Gusto auf dieses gelobte Ziel, nämlich „die Nr. 1“ zu werden, sie suchten Mitstreiter und Unterstützer für diese Vision. Und schließlich geht es auch für das Land Vorarlberg um etwas. Der Tourismus ist eine der wichtigsten Branchen im Land. Gut 13.000 Mitarbeiter sind in Hotellerie und Gastronomie beschäftigt. Die Seilbahnindustrie lebt ebenso davon, dass viele Gäste nach Vorarlberg kommen. So wie viele Handwerks- und Handelsbetriebe, die entweder zuliefern und für Tourismusbetriebe arbeiten oder von den rund zwei Millionen Gästen profitieren, die viel Geld im Ländle liegen lassen. Anstrengungen, diese wichtige Branche zu stärken, sind also nicht nur berechtigt, sondern notwendig. Und ein klares Ziel zu nennen, spricht für die Touristiker.
Dass sie dann aber den Weg alleine gehen wollen, ist schade. Sie lassen sich nicht helfen bei der Suche nach dem Ziel, sie schildern nicht, was sie erlebt haben, was es zu sehen gab auf den zurückgelegten Wegen. Und wenn sie doch was sagen, dann ist die Information dürftig. Dann hört man von Workshops und Gesprächen, dann gibt es Testphasen und Seminare. Nur: Was Konkretes gibt es nicht. Nicht für die betroffenen Berufsleute, und schon gar nicht für die breite Öffentlichkeit.
Wo stehen wir auf dem Weg zur Nummer eins? Wer konkurrenziert uns auf diesem Weg, und wie werden wir dem Ziel näherkommen? Oder wird es so sein, dass wir erst 2020 wieder etwas zu hören bekommen von der Tourismusstrategie 2020? Wird man uns dann verkünden, dass wir es geschafft haben? Und wie werden wir das messen können? Es bleibt also spannend, und ich bin wahrscheinlich nicht der Einzige, der sich wünschen würde, dass wir von Zeit zu Zeit etwas mehr erfahren über die Strategie 2020. Zu sehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, ist auch motivierend. Denn man wächst nur dann, wenn man sieht, dass die Maßnahmen greifen. Und das ist bislang nicht zu sehen. Aber sicher gibt es bald den ersten Jahresbericht . . .
andreas.scalet@vn.vol.at, 05572/501-862
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