Rein: „Leistbaren Wohnraum“ gibt es nur mit vernünftigen Vorschriften

Markt / 27.06.2013 • 17:49 Uhr
Die hohen Kosten im gemeinnützigen Wohnbau werden laut Bauinnung über kurz oder lang zu einem Problem werden. Foto:VN/Hofmeister
Die hohen Kosten im gemeinnützigen Wohnbau werden laut Bauinnung über kurz oder lang zu einem Problem werden. Foto:VN/Hofmeister

WKV-Präsident Rein platzt der Kragen. Er fordert Überdenken der Wohnbau-Vorschriften.

Feldkirch. Die Vorarlberger Baubranche klagt seit Jahren darüber, dass die Bauvorschriften in Vorarlberg den Wohnbau über kurz oder lang verunmöglichen. Oft und oft haben sie ihre Anliegen im Land vorgebracht – alleine: genützt hat das Klagen nicht. Die Politiker und Wohnbau-Förderexperten setzten um, was im Energieinstitut ausgeheckt wurde. Der Obmann der Fachgruppe Bau in der Wirtschaftskammer, Franz Drexel, weiß von vielen Hausbauern, die in den letzten Jahren auf die Förderungen verzichtet haben, weil der Bau nach Maßgaben des Landes einfach zu teuer gekommen wäre. Jetzt erhalten die Baumeister Unterstützung vom Präsidenten der Wirtschaftskammer Vorarlberg, Manfred Rein, der nichts weniger als ein Umdenken in der Wohnbaupolitik des Landes verlangt.

Ein ganz wesentlicher Teil für die Verteuerung im Wohnbau sei den Vorschriften und Behördenverfahren zuzuschreiben, stellt er gegenüber den VN fest: „Das vernünftige Maß ist längst überschritten. So ist Vorarlberg von einem Vorreiter in Sachen Wohnbau zu einer Geisel von Vorschriften und Gesetzen geworden, was sich in der Praxis jetzt auch durch ständig steigende Kosten zeigt“, poltert Rein über die Regelungswut im Wohnbau. Die vom Energieinstitut geforderten energetischen Vorgaben seien auf ihre Zweckmäßigkeit und Finanzierbarkeit hin zu hinterfragen, schlägt der Wirtschaftskammer-Präsident den verantwortlichen Landespolitikern vor.

„Energie ist nur ein Teil“

„Auf überzogene Vorschriften, die aus der Theorie abgeleitet werden, in der Praxis nicht funktionieren, können wir und vor allem die bauwillige Bevölkerung verzichten. Energie ist ein wichtiger Teil des Wohnens, aber eben nur ein Teil. Wir wissen heute, dass der Verbrauch weniger von der Bauvariante als viel mehr vom Nutzerverhalten abhängt“, so Rein.

Bau-Innungsmeister Drexel gibt außerdem zu bedenken, dass der gemeinnützige Wohnbau nicht mehr lange zu finanzieren sei, wenn dort die höchsten Standards angewandt werden. „Und dann haben wir schon mittelfristig eine Wohnungsnot in Vorarlberg.“

Das vernünftige Maß an Vorschriften ist längst überschritten.

Manfred Rein, WKV-Präsident