Aus für die Vorarlberger Almdudler-Abfüller

Markt / 09.07.2013 • 21:09 Uhr
Bis Ende 2013 kommt Almdudler aus der Region, danach nur noch aus dem Burgenland. Foto: VN/Steurer
Bis Ende 2013 kommt Almdudler aus der Region, danach nur noch aus dem Burgenland. Foto: VN/Steurer

Limo wird in Vorarlberg von zwei Unternehmen abgefüllt – aber nur noch bis Ende 2013.

Schwarzach. „Wenn die kan Almdudler mehr hab’n“, dann stehen 25 Limonade-Abfüller in ganz Österreich ab Ende des Jahres vor einem großen Problem. Bislang wird Österreichs Original-Limonade in der ganzen Alpenrepublik dezentral abgefüllt. Und das seit Erfindung des Softdrinks, der ursprünglich „zum Spritzen mit Bier oder Wein“ gedacht war. Komponiert wurde das Getränk von Erwin Klein, einem Gastwirt und erfolgreichen Kabarettisten, der bei Konsumstudien in seinem Wirtshaus Bedarf an einem kräuter- und kohlensäurehaltigen Getränk ortete. Die Kräuter mögen aus den Alpen sein, alles andere wurde im Wiener Weinbezirk Grinzing erdacht – inklusive Trachtenpärchen und Alpen­image.

Die Produktion wurde outgesourct: 350 Abfüll- und Vertriebspartner sorgten anfänglich für die Versorgung mit der Kräuterlimo, inzwischen sind es noch 25. Und ab 1. Jänner 2014 noch ein einziger: die Firma Coca Cola Hellenic Group, die den Sprudel im Burgenland abfüllt. In Vorarlberg sind davon zwei Abfüller massiv betroffen: Die Firma Alfi Limonade in Lingenau, die jährlich über eine Million Flaschen abgefüllt hat, und die Ganahl Getränke in Bludenz, die sogar über drei Millionen Flaschen im Jahr abfüllt, weil sie auch die Schweiz beliefert. Damit verbunden: der lukrative Vertrieb des Getränks.

Als Begründung für das Ende der jahrzehntelangen Partnerschaft nannte Almdudler-Geschäftsführer Gerhard Schilling die umweltfreundliche Produktion am modernsten Getränkeproduktionsstandort Europas: „Damit können wir auf alle kennzeichnungstechnischen und rechtlichen Anforderungen reagieren“, begründet er den Schritt gegenüber den Noch-Partnern, die derweil überlegen, wie sie dem Lizenzgeber gemeinsam gegenübertreten. Karlheinz Ganahl ist auf Almdudler nicht gut zu sprechen: „Mit dem Umweltschutz zu argumentieren ist lachhaft“, und auch eine künftige Vertriebspartnerschaft sieht er skeptisch: „Ich kenne Coca Cola. In zwei bis drei Jahren ist das auch vorbei.“ Alfi-Geschäftsführer Joachim Fink hofft, dass die Gespräche mit Almdudler, die nächste Woche stattfinden sollen, zumindest die Vertriebspartnerschaft längerfristig festschreiben.

Nun wird Almdudler durch ganz Österreich transportiert. Ist das Klimaschutz?

karlheinz Ganahl

Almdudler – Fakten

» Almdudler ist die beliebteste und bekannteste Getränkemarke Österreichs, Bekanntheitsgrad: 99 Prozent

» 1957 vom Soda- und Limonadehersteller Erwin Klein in Wien zum Mixen mit Wein erfunden. Erwin Klein wurde auch als Kabarettist und Musiker mit den „Spitzbuben“ bekannt.

» Rezeptur aus Alpenkräutern, ohne Konservierungsstoffe und künstliche Aromen

» Märkte sind Österreich, Deutschland, die Schweiz und Benelux-Länder

» Pro Jahr werden über 80 Millionen Liter Almdudler produziert.