Zehn Poststellen mehr als noch vor vier Jahren

Die Post sieht Georg Pölzl auf dem richtigen Kurs. Gestern besuchte er die Post im Ländle.
Schwarzach. Der Tag hat früh begonnen für Georg Pölzl (56) und seine Mitarbeiter. „Wenn man mit unseren Mitarbeitern reden will, dann muss man um sechs Uhr morgens vor Ort sein“, weiß der Post-Generaldirektor aus der Erfahrung der letzten vier Jahre. 2009 hat er den Vorstandsvorsitz des Unternehmens übernommen und sofort mit der Umstrukturierung begonnen. „Ich habe damals alle Landeshauptleute besucht und ihnen meine Pläne vorgestellt“, so Pölzl im Gespräch mit den VN. Damals habe er auch gesagt, dass die Post Filialen schließe und dafür die Zahl der Postpartner ausbauen werde.
In Vorarlberg wurden seitdem 30 Postfilialen geschlossen. „Das Thema ist jetzt erledigt“, lässt Pölzl die Bürgermeister einiger Vorarlberger Gemeinden aufatmen. Gleichzeitig verweist er darauf, dass in Summe das Filialnetz mit 52 Postpartnern nun größer sei als je zuvor. Und auch die Kündigung von fünf Vorarlberger Postpartnern macht ihn nicht nervös: „Das wird es in Zukunft immer wieder geben, dass es einen Wechsel gibt.“ Die Versorgungssicherheit sei aber auf jeden Fall gegeben. Österreichweit, so der Postgeneral, gebe es derzeit rund 2000 Postpartner. Das seien erheblich mehr als 2009 zu Beginn der Umstrukturierung mit der Politik fixiert worden seien, nämlich 1650.
Das Geschäft ist für den Konzern, der sich inzwischen in der freien Marktwirtschaft bewähren muss, nicht einfacher geworden. Die Paketpost wachse zwar kontinuierlich. „Das heißt aber nicht, dass es einfach ist. Der Mitbewerb ist extrem preisaggressiv.“ Das zeige sich auch daran, dass einige große Paketverteiler schon Gewinnwarnungen machen mussten. Die Post sei aber entschlossen, die Paketlogistik auszubauen. Mit der entsprechenden Infrastruktur „von der Lagerhaltung bis zur Kommissionierung“ und auch mit Beratungsangeboten für österreichische Mittelständler, die noch große Potenziale haben. Deshalb habe man im vergangenen Jahr auch die Firma „Systemlogistik“ gekauft.
Rückgänge bei der Briefpost
Die Dienstleistungen sollen aber in beide Richtungen verbessert werden: Für die Konsumenten gibt es in Dornbirn und Bregenz Empfangsboxen, damit sie zeitunabhängig an ihre Lieferungen kommen, außerdem werden die Selbstbedienungsfilialen vorerst in Bregenz und an der Schweizer Grenze ausgebaut. „Dort kann man an 365 Tagen rund um die Uhr Pakete und Briefe aufgeben.“ Bei der Briefpost rechnet er mit Rückgängen: „Aber ein Sockel wird bleiben, die Leute wollen Rechnungen und Dokumente weiter physisch erhalten.“
Die Post in Vorarlberg
Filialnetz:
» heute: 21 Filialen, 52 Post-Partner » 2009: 51 Filialen, 12 Post-Partner, 3 Filialen mit SB-Zonen
Brieflogistik:
» 13 Zustellbasen, 360 Zusteller, 321 Rayone
Paketlogistik:
» täglich 10.300 Pakete (2,5 Mill. jährlich) Tendenz steigend
Die Post in Österreich
» Mitarbeiter: 19.000 (mit Tochterunternehmen 24.000)
» EBIT 2012: 182,4 Mill. Euro
(+8,9 %)
» Ergebnis je Aktie: 1,82 Euro
» Ausblick: weitere EBIT-Verbesserung