Gar nicht oberflächlich: 80 neue Jobs bei Collini

Vorstandschef Johannes Collini hat einen Plan: „Wir wollen für unsere Kunden wie eine eigene Abteilung sein.“ Foto: VN/Steurer
Diese Woche geht das Anodisierwerk von Collini in Probebetrieb. Das ist aber nicht alles.
Hohenems. 14 Standorte in ganz Europa umfasst die in Hohenems beheimatete Collini Holding. Und das ist noch nicht das Ende. An zwei Standorten wird gerade mit dem Bau neuer Werke begonnen. Aber was macht das Industrieunternehmen eigentlich, das früher für schöne Bestecke und seine Komptenz in Sachen Schere und Messer bei der Bevölkerung bekannt war?
Rasierer. Das ist hinlänglich bekannt. Aber obwohl die wichtigsten Teile der Gillette-Premium-Rasierer für die ganze Welt in Hohenems produziert werden, sind sie nur ein Produkt aus den Werken, die über ganz Europa verstreut sind: Collini hat sich nach dem Abschied aus dem Besteckgeschäft auf das Bearbeiten und Veredeln von Oberflächen spezialisert: Galvanisieren, Eloxieren, Feuerverzinken und Pulverbeschichten.
Die Palette reicht bei den Produkten des Zulieferers von winzig kleinen Bauteilen in der MID-Technik (das sind elektronische Bauteile, bei denen metallische Leiterbahnen auf spritzgegossenen Kunststoffträger aufgeprägt werden) bis zu riesigen Metallkonstruktionen, die feuerverzinkt werden. Und auch Möbelbeschläge haben einen Besuch bei Collini gemacht, bevor sie in Kästen und Schubladen über Jahrzehnte ihren Dienst tun.
In Hohenems startet diese Woche der Probebetrieb des Anodisierwerks. der größten Investition von Collini, die je am Stammsitz in Hohenems getätigt wurde: „Wir sind ein Familienunternehmen. Daher können wir uns auch über sich langfristig rechnende Investitionen Gedanken machen.“ In dem Werk werden 80 neue Arbeitsplätze geschaffen. Überhaupt: Die Expansion in neue Märkte und neue Länder hat sich für den Standort Hohenems mehr als rentiert. Waren es Anfang der 1990er-Jahre 160 Arbeitsplätze am Stammsitz, sind heute 410 Mitarbeiter beschäftigt.
Konservative Personalpolitik
Neben dem Werk in Hohenems, das selbstredend das neueste und modernste seiner Art ist, baut Collini derzeit auch in Rumänien und Deutschland neue Werke, um „nah bei den Kunden zu sein“. Konservativ ist das Unternehmen lediglich in einem Bereich: Statt auf Leiharbeit für Auftragsspitzen zu setzen, will Collini, so der Vorstandvorsitzende im Gespräch mit den VN, fixe Arbeitsplätze schaffen und die Mitarbeiter langfristig im Unternehmen halten. Der Mix in den Bearbeitungsmethoden hat System.
Verstehen, was der Kunde braucht – und Lösungen anbieten.
Johannes Collini

Vorstandschef Johannes Collini hat einen Plan: „Wir wollen für unsere Kunden wie eine eigene Abteilung sein.“ Foto: VN/Steurer
Collini-Fakten
Collini Holding, Hohenems
Der Holding unterstehen vierzehn Betriebe in Österreich, Schweiz, Deutschland, Italien, Rumänien und Russland.
» Gesellschafter
„KONTAG“ Beteiligungs- u. Verwaltungsgesellschaft mbH (50 %) Collini Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft m.b.H. (50 %)
» Vorstandsvorsitzender:
Johannes Collini
» Umsatz 2012: 166,35 Mill. Euro
» EGT 2012: 10,38 Mill. Euro
» Beschäftigte 2012: 1373
» Investition in Hohenems: 23 Mill. Euro
Wissen
Anodisieren
Das Anodisieren ist eine Technologie zur Erzeugung einer Schutzschicht aus Oxiden auf Aluminium. Dabei wird, anders als bei galvanischen Verfahren, die Schutzschicht nicht auf dem Werkstück niedergeschlagen, sondern durch Umwandlung der obersten Metallschicht ein Oxid bzw. Hydroxid gebildet. Es entsteht eine 5 bis 25 Mikrometer dünne Schicht, die das Bauteil vor Korrosion schützt.