„Am Holzbau liegt es nicht, wenn Kosten explodieren“

Markt / 26.08.2013 • 21:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorzeigebranche Holzbau hat es in Vorarlberg schwer, weil die Konkurrenz groß ist. Foto: VN/Berchtold
Vorzeigebranche Holzbau hat es in Vorarlberg schwer, weil die Konkurrenz groß ist. Foto: VN/Berchtold

Debatte um Wohnbaukosten: „Kostentreiber nicht nur beim Handwerk suchen.“

Schwarzach. Vorgaben, Normen, Vorschriften. Dazu explodierende Grundstückspreise. Des Vorarlbergers liebster Traum, nämlich der vom eigenen Haus, rückt für viele eigentlich gut verdienende junge Menschen immer weiter in die Ferne. In der Diskussion, wie Wohnbau wieder günstiger werden kann, gibt es eine ganze Reihe Faktoren, die von allen Beteiligten als Kostentreiber identifiziert wurden: Etwa Brandschutzvorschriften, die die Häuslebauer Zehntausende Euro kosten, oder im mehrgeschoßigen Wohnbau die geforderte Barrierefreiheit, auch Sicherheitsvorschriften, z. B. wird Sicherheitsglas in zwei- und dreifacher Ausfertigung verlangt. Vergangene Woche hat Architekt und Passivhaus-Pionier Helmut Krapmeier vom Vorarlberger Energieinstitut auch die Preise für handwerkliche Leistungen angesprochen, die im Vergleich zu den Nachbar­regionen deutlich höher seien.

Manche Branchen profitieren

Während Thomas Peter, Geschäftsführer der Sparte Gewerbe und Handwerk, darauf betont gelassen reagiert und auf die hohen Lohnkosten und die Marktsituation verweist, wollen die Holzbauer das so nicht stehen lassen: „Wir haben kürzlich die Kosten in unserem Bereich durchgerechnet und festgestellt, dass sie in den letzten dreißig Jahren fast auf dem gleichen Niveau geblieben sind“, klagt Siegfried Kohler, Geschäftsführer von „oa.sys baut“ in Alberschwende. Er führt das auf die große Dichte an Holzbaubetrieben im Land zurück. Freilich kennt er schon Handwerker, die in den letzten Jahren ihre Preise ordentlich erhöht haben. „Fenster sind z. B. dreimal teurer geworden in dieser Zeit, die Kosten für Installationen haben sich verdoppelt.“ Verursacht sei dies durch die Fenstertauschaktion geworden. „Wir bauen heute Fenster ein, die könnten 400 Jahre halten“, stellt er fest, wie übertriebene Vorschriften heute den Bau verteuern. Teuer werde ein Neubau aber auch durch den hohen Anspruch der Bauherren, gibt Josef Fessler, Chef der Hausbaufirma Alpina in Hard und stellvertretender Innungsmeister der Vorarlberger Holzbauer, zu bedenken. „Früher hat man mit viel Eigenleistung die Kosten niedrig gehalten, heute muss alles bis zur Gartengestaltung fertig sein, wenn man einzieht.“

Nicht, dass er das den Hausbauern vorwirft, er gibt es nur zu bedenken in der Kostendiskussion und ortet auch da Einsparungspotenzial. Dass endlich über die Kosten diskutiert werde, so beide Holzbauer, sei wichtig für den Bau und die Häuslebauer in Vorarlberg.

Es sind viele Dinge, die den Wohnbau im Ländle so teuer machen. Gut, dass man darüber diskutiert.

Josef Fessler Alpina Hausbau