Vorarlberger Firma auf der Suche nach intelligentem Glas

Die Feldkircher Firma Mayer Glastechnik ist Partner eines EU-Forschungsprojektes.
Feldkirch. „Glas ist mehr als es scheint“, sagt Christoph Mayer vom gleichnamigen Feldkircher Glastechnik-Unternehmen und macht damit gleich klar, was das „Technik“ im Firmennamen bedeutet: Seit der Gründung ist die Mayer Glastechnik (MGT) bestrebt, ihren Kunden Glas mit Mehrwert zu bieten. Der Innovationswille macht sich nun wieder bezahlt: MGT ist einer von fünf Partnern aus der Wirtschaft beim Forschungsprojekt „Fluidglass“, das von Dietrich Schwarz, Professor am Institut für Architektur und Raumentwicklung der Universität Liechtenstein, angeschoben wurde.
Worum geht es? Ein intelligentes Fenster, das heizt, kühlt und Schatten spenden kann, soll entwickelt werden. Schwarz will mit dem Projekt „Fluidglass“ aber auch die Energieeffizienz von Gebäuden entscheidend verbessern. Die Vision von Prof. Schwarz ist nicht utopisch, denn die Europäische Kommission unterstützt das Projekt mit 3,8 Mill. Euro. Insgesamt sind es 5,2 Mill. Euro, die alle Partner investieren.
Die Uni Liechtenstein hat diesen Forschungsauftrag gegen starke Konkurrenz erhalten. Rektor Klaus Näscher: „Als kleine Universität ist der Zuschlag für dieses Projekt nicht selbstverständlich.“ Das Projektteam hat hohe Ziele. Bei neuen Gebäuden soll das System bis zu 30 Prozent Energie einsparen, bei Sanierungen sollen es bis zu 70 Prozent sein. Mayer zum Zeithorizont: „Bis in vier Jahren wollen wir Tests unter Realbedingungen durchführen.“ So simpel das Prinzip klingt, so schwierig wird die Umsetzung: „Der Teufel steckt im Detail“, sagt Schwarz, „denn die Konstruktion darf nur 66 Millimeter dick sein und muss zugleich die Transparenz von Wasser aufweisen.“ Das Feldkircher Unternehmen MGT sitzt bei dem Projekt mit großen Industrieunternehmen wie Alcoa und Hoval in einem Boot. Für Christoph Mayer ist Forschung notwendig, um den Kunden die bestmögliche Lösung zu bieten. Das ist in den vergangenen Jahren auf den Hauptmärkten Österreich, der Schweiz und Deutschland gut gelungen. Entwicklungen wie MGT undercut, MGTherm Heat Mirror und die Beschattungssysteme MGT conglassshadow und MGT shadowstar stießen auf großes Interesse und sorgen für einen Jahresumsatz von knapp 20 Millionen Euro. MGT beschäftigt über 90 Mitarbeiter.
Der Teufel steckt im Detail. Glas muss transparent sein.
Dietrich Schwarz, Uni Liechtenstein
Projekt Fluidglass – wie funktioniert’s
Wasser, das zirkuliert
„Fluidglass“ besteht aus mehreren Innenscheiben, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Im Winter sorgt die Außenscheibe für die optimale Ausnutzung der Sonnenenergie, während in der Innenscheibe warmes Wasser zirkuliert und damit den Heizkörper ersetzt. Im Sommer werden die Innenscheiben auf dieselbe Weise mit kaltem Wasser gekühlt.
Der Nutzer kann die Sonneneinstrahlung mithilfe von zugesetzten Mikropartikeln auf Knopfdruck regeln und macht Sonnenstoren überflüssig.
Partner des Projektes
Insgesamt elf Partner sind an dem ehrgeizigen Forschungsprojekt beteilitgt.
» Forschungsinstitutionen
Universität Liechtenstein als Projektführer, Cea-Ines, Cyprus Research and Innovation Center, Universität Stuttgart, NTB Hochschule für Technik Buchs, Technische Universität München.
» Unternehmen
Alcoa, Amires, GlassX AG, Hoval, Mayer Glastechnik