Kästle in der Nische etabliert

12.11.2013 • 21:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Chris Davenport ist Extrem-Skifahrer und seit Kurzem fünfprozentiger Teilhaber der Marke. Foto: yves garneau
Chris Davenport ist Extrem-Skifahrer und seit Kurzem fünfprozentiger Teilhaber der Marke. Foto: yves garneau

Kästle auf Erfolgskurs: Premiummarke mit Absatzrekord und Eintritt in neue Märkte.

Wels. Toni Sailer, Pirmin Zurbriggen und Kjetil André Aamodt: Es gab Zeiten da verging kein Rennwochenende, an dem nicht ein Rennläufer mit seinen Kästle-Skiern von einem Siegerpodest herab gestrahlt hat. Doch die
Hohenemser Traditionsmarke erlitt Schiffsbruch und wurde erst 2007 von Unternehmer Rudolf Knünz wiederbelebt.

Heute ist Kästle wieder erfolgreich unterwegs, wenngleich in anderen Bereichen. Die Testimonials fahren nicht mehr durch den Stangenwald, sondern querfeldein. Heißen anstatt Sailer und Zurbriggen Colby James West oder Chris Davenport. Letzterer ist seit Jüngstem auch fünfprozentiger Teilhaber. „Er hat uns sehr bei der Skientwicklung geholfen“, lobt Haupteigentümer Knünz den zweifachen Weltmeister im Extremskifahren.

Mit dem US-Amerikaner hat Knünz auch den richtigen Mann an Bord, setzte man sich durch die Entwicklung von Freeride- und Tourenski im Premiumsegment doch
in eine Nische, wo der Hauptabsatzmarkt in Übersee liegt.

Jährliche Absatzsteigerung

Und: Die Nischenpositionierung der traditionellen Skimarke geht jedenfalls voll auf. 1000 Paar Ski wurden beim Neustart 2007 abgesetzt. „Heuer rechnen wir mit über 18.000 Paar verkauften Skiern, was eine Steigerung von etwa 20 Prozent zum Vorjahr bedeutet“, sagt Künz. Die Marke vom Vorjahr wurde bereits nach dem ersten Quartal erreicht. „Alles, was wir jetzt noch verkaufen, ist Wachstum“, freut sich Knünz über ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr.

Gerechnet hat Knünz im laufenden Geschäftsjahr (1. Juli bis 30. Juni) auch mit dem Eintritt in die Sphären von schwarzen Zahlen. „Das schaffen wir jedoch noch nicht. Aber wir sind bereits Cash-Flow-positiv.“

Bislang erwirtschaftete Kästle 80 Prozent seines Umsatzes in den USA, Österreich, Frankreich, der Schweiz und Norwegen. Verkauft wird hauptsächlich im Fachhandel in den Wintersportorten. Nun startet die Premiummarke eine Exportoffensive. Der Fokus liegt derzeit auf der Internationalisierung. Gerade eben wurde in der Schweiz eine eigener Vertriebsstandort eröffnet, in Amerika wird ebenfalls noch eine eigene Tochterfirma gegründet, um die Kunden schneller beliefern zu können. „Wir sind mittlerweile in neuen Märkten wie Neuseeland, der Türkei, Slowenien und Polen vielversprechend gestartet.“ Zwei Prozent Anteil am Weltmarkt hält Knünz für realistisch, das wären dann an die 50.000 verkaufte Paar Ski pro Jahr.

Made in Vorarlberg

Der Standort der Kästle GmbH ist zwar in Wels, die Marke mit den zwei Pfeilen ist aber nach wie vor ein Vorarlberger Produkt. Produziert werden des Österreichers liebste Bretter nämlich bei Head in Kennelbach, die Logistik wird von Gebrüder Weiss gelenkt. Die Partnerschaft mit dem Sportriesen funktioniere sehr gut, deshalb werden auch die Kästle-Bindungen von Head-Tyrolia produziert.

Unseren Absatz in Amerika wollen wir in drei Jahren verdoppeln.

Rudolf Knünz, Hauptinhaber

Zahlen und Fakten

Kästle GmbH

Eigentumsverhältnisse: Rudolf Knünz (72%), BLR Beteiligungs GmbH (18%), Chris Davenport (5%), Wolfgang Kappl (5%)

Geschäftsjahr 2012/13:

» Umsatz: 6 Millionen Euro

» Umsatzwachstum: 15-20 Prozent

» Absatz: 16.000 Paar Ski

» Mitarbeiter: 15