Zinstief drückt Ergebnis

Foto: VN/Rhomberg
Betriebsergebnis der Vorarlberger Sparkassen leicht rückläufig. Kreditvergabe und Einlagen konstant.
Dornbirn. (VN-toh) Es geht vielleicht nicht schon wieder aufwärts – aber der Abwärtstrend wurde zweifelsohne gestoppt. So könnte man die Bilanz der Vorarlberger Sparkasse zusammenfassen. Denn während das Betriebsergebnis von 2011 auf 2012 um satte 40 Prozent zurückging, mussten die Sparefrohs im vergangenen Jahr lediglich ein Minus von 7,21 Prozent auf 29,9 Millionen Euro hinnehmen. Und das Minus ist zu einem überwiegenden Teil „einem Leasinggeschäft mit der Erste Bank, das ausgelaufen ist“ geschuldet, wie Sparkassensprecher Werner Böhler gegenüber den VN erklärt. Das operative Betriebsergebnis hielten die Sparkassen mit 27,81 Millionen Euro beinahe auf dem Niveau des Vorjahres.
Viele Neukredite vergeben
Erfreulich für den Vorstand der Dornbirner Sparkasse war 2013, dass man erneut den Beweis angetreten ist, dass es die viel kolpotierte Kreditklemme in Vorarlberg nicht gibt. „Es freut uns, dass wir die Vorarlberger Wirtschaft nach wie vor mit Krediten versorgen können“, spricht Böhler die 512 Millionen Euro an neuvergebenem Kreditvolumen an, was einer Steigerung um 1,2 Millionen zum Vorjahr bedeutet.
Ebenfalls stabil halten konnten die Sparkassen die Eigenkapitalquote von 22 Prozent, die damit weit über dem Mindesterfordernis von acht Prozent liegt.
Beruhigend und bedrückend zugleich ist für Böhler das zusätzlich aufgebaute Sicherheitspolster in Form des Fonds für Allgemeine Bankrisiken auf insgesamt 51,7 Millionen Euro. „Die Vorarbeiten zu Basel III und sonstige Abgaben, die auch uns Regionalbanken aufgezwungen werden, sind für uns zusätzliche Belastungen, die sich auf Kostenseite niederschlagen“, sagt Böhler. Deshalb ist er auch nicht verlegen zu sagen, dass man nicht jedes Jahr ein Rekordergebnis bräuchte, „was bei diesen Rahmenbedingungen ja auch nicht möglich wäre“. Und diese dürften auch in nächster Zukunft kein bankenfreundlicheres Umfeld zulassen, glaubt Böhler.
Bludenz steigert Ergebnis
Das Betriebsergebnis deutlich steigern konnte die Sparkasse Bludenz. „Allerdings muss man auch objektivieren, dass wir von einer niedrigen Bilanzsumme ausgehen“, sagt Vorstand Johannes Ertl. Dennoch: „Durch gezielte Maßnahmen konnten wir die Provisionserträge steigern und die Aufwendungen auf Kostenseite reduzieren“, freut sich Ertl über ein gelungenes Geschäftsjahr. Doch auch bei der Relation zwischen Aufwand und Ertrag gingen die Alpenstädter vom höchsten Niveau aller Sparkassen aus (Cost-Income-Ratio: 80,1 Prozent). Was die Kostenstruktur anbelangt ist das Finanzinstitut aus dem Bregenzerwald am besten aufgestellt. Eine Cost-Income-Ratio von 49,7 Prozent spricht Bände. „Die Sparkasse Egg gilt ohnehin in ganz Österreich als Vorzeige-Sparkasse“, streut Böhler Komplimente.
Insgesamt betreuen die fünf Sparkassen Kundengelder in Höhe von 4,3 Milliarden Euro.
Wir konnten die Vergabe von Neukrediten stabil halten.
Werner Böhler
Vorarlberger Sparkasse 2013 in tausend Euro
2013 2012 +/- z. VJ +/- in % z. VJ
Eigenmittelquote (in %) 22,24 22,49 – 0,25 – 1,11
Betriebsergebnis 27.813 29.973 – 2.160 – 7,21
EGT 21.001 18.550 + 2.451 + 13,21
Cost-Income-Ratio 70,08 71,06 – 0,98 – 1,38
Betriebsergebnisse 2013 (im Vergleich 2012):
Dornbirner Sparkasse 10.060 (13.603)
Sparkasse Bregenz 3.937 (3.737)
Sparkasse der Stadt Feldkirch 8.253 (8.025)
Sparkasse Bludenz 2.534 (1.571)
Sparkasse der Gemeinde Egg 3.029 (3.037)