Bürgerbeteiligung am Meng-Kleinkraftwerk

Markt / 11.07.2014 • 22:29 Uhr
Bürgerbeteiligung am Meng-Kleinkraftwerk

illwerke vkw wollen Bürgerbeteilungsmodell für Kleinkraft­werke anbieten. 

Schwarzach. Als der Vorarlberger Energieanbieter vor zwei Jahren die „Sonnenstrom-Aktie“ lancierte, waren die Beteiligungen binnen kürzester Zeit ausverkauft. Und das zu einem Preis von 1400 Euro pro Beteiligungsschein. Dafür bekommt der Sonnenkraftwerksaktionär noch 18 Jahre lang Strom in Form einer Bonusgutschrift auf die Stromrechnung (insgesamt 20 Jahre). Umgerechnet sind das mindestens 450 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Bewusstsein schaffen

Der Erfolg und die Aktualität solchen „Crowd-Fundings“ ziehen nun weitere Aktivitäten nach sich. Sowohl die illwerke-vkw-Manager als auch das Land Vorarlberg als Haupteigentümer des Energieerzeugers wollen die Bürger bei weiteren Projekten einbinden, zum einen, um ihnen eine attraktive Anlageform zu bieten, zum andern aber auch, um Bewusstsein zu schaffen. illwerke-vkw-Vorstand Helmut Mennel: „Modelle zur Bürgerbeteiligung erleichtern uns nicht nur die Investition in neue Anlagen, sondern schaffen auch ein breiteres Bewusstsein in der Bevölkerung.“

Das heißt a) dass die Sonnenstrom-Aktie heuer wieder neu aufgelegt wird und sich die Vorarlberger an der Errichtung neuer Fotovoltaikanlagen beteiligen können und b) dass das Bürgerbeteiligungsmodell künftig auch auf Kleinwasserkraftwerke ausgedehnt wird. Dr. Christof Germann, illwerke-vkw-Vorstand: „Derzeit bereiten wir das Bewilligungsverfahren für das Kraftwerksprojekt an der Meng in Nenzing vor, und die konkreten Kosten müssen erhoben werden. Baubeginn könnte frühestens 2016 sein. Bis dahin prüfen wir Beteiligungsmodelle mit dem Ziel, interessierten Bürgern ein attraktives Angebot machen zu können.“

Bürger ernst nehmen

Dass dieses Ziel erreicht wird, ist für den Haupteigentümer Land selbstverständlich. Landeshauptmann Markus Wallner: „Bürgerbeteiligung heißt für mich auch, die Menschen im Land ernst zu nehmen und zu Partnern bei der Umsetzung der Energieautonomie zu machen. Ich habe den Wunsch des Landes  mit dem illwerke-vkw-Vorstand besprochen. Es geht darum, welches Beteiligungsmodell das beste ist.“

So viel ist klar: illwerke vkw werden am Meng-Kraftwerk 51 Prozent halten, 49 Prozent stehen den Standort-Gemeinden von Kraftwerken, Grundstücksbesitzern und Bürgern zur Verfügung. Der Nenzinger Bürgermeister Florian Kasseroler und die Verantwortlichen der Agrargemeinschaft Nenzing als größtem Grundbesitzer, Obmann Josef Latzer und Geschäftsführer Siegbert Terzer, stehen dem Bürgerbeteiligungsprojekt ebenfalls positiv gegenüber, wie zu erfahren war.

Bürgerbeteiligung ist wichtig, um Vorhaben umzusetzen.

Markus Wallner, LH

Projekt in Arbeit

» Kleinkraftwerk Meng, Nenzing

» Projekt der illwerke VKW mit Beteiligung der Gemeinde, Grundstückseigentümern, Bürgern

» Bewilligungsverfahren in Vorbereitung, Baustart frühestens 2016