Thüringer “Bushfighter” machen den Weg frei

Markt / 25.07.2014 • 20:09 Uhr
Der „Bushfighter“ im Einsatz an der Trasse der französischen Hochgeschwindigkeitsbahn TGV.  Foto: LUF
Der „Bushfighter“ im Einsatz an der Trasse der französischen Hochgeschwindigkeitsbahn TGV. Foto: LUF

Thüringer Firma LUF sorgt für freie Bahn in Deutschland, England und jetzt Frankreich.

Thüringen. (VN-sca) Mit bis zu 320 km/h rast der TGV (train à grande vitesse) durch Frankreich. Bei diesem Tempo sind schon kleine Hindernisse gefährlich. Deshalb wird Sicherheit beim französischen Hochgeschwindigkeitszug groß geschrieben. Unverzichtbar für die Sicherheitsleute der staatlichen französischen Bahn SNCF sind inzwischen die „Bushfighter“ der Thüringer Ideenschmiede LUF GmbH, freut sich Firmenchef Bruno Walter (45). Speziell entlang von Hochgeschwindigkeitsbahnen ist die Räumung von Bahndämmen und Sicherheitskorridoren ein absolutes Muss. Gebüsch, das zu nah an den Gleisen wächst, könnte Unfälle mit verheerenden Folgen verursachen, wenn nicht ständig für Ordnung in der Natur gesorgt würde.

Ausgereifte Alternative

Wie vor hundert Jahren wird diese Räumung vielfach noch immer in gefährlicher Handarbeit oder mit dem Einsatz giftiger Chemikalien bewerkstelligt. In zweijähriger Forschungsarbeit entwickelte LUF eine technologisch ausgereifte Alternative dazu.

Der „Bushfighter“ wurde auf Basis des „Firefighters“ entwickelt, der bereits seit Jahren weltweit nachgefragt ist. Anstatt der hier montierten Löschkanone überträgt der geschlossene Hochdruck-Hydraulikkreislauf des integrierten 100-PS-Dieselaggregates beim „Bushfighter“ seine volle Kraft auf das jeweils montierte Anbauwerkzeug: Er kann wahlweise mit einem Forstmulcher, einer Stockfräse, mit Mähwerken und anderen Zusatzgeräten bestückt und betrieben werden. Dabei bewältigt er Schräglagen bis zu 45 Grad und erbringt auch in dieser Lage die volle Arbeitsleistung: Er macht aus kleinen Bäumen und Büschen Hackschnitzel.

Im Einsatz in GB und BRD

Bewährt hat sich das Gerät bereits entlang von Bahnstrecken in Deutschland und England, wo schon 50 „Bushfighter“ im Einsatz sind. Auch die französischen Staatsbahnen haben die Vorteile erkannt und zu Jahresbeginn eine erste Staffel dieser Räumgeräte bestellt. Drei Exemplare sind ausgeliefert und waren von der Normandie bis zur spanischen Grenze im Einsatz. Die Geräte erfüllten alle Wünsche. Inzwischen haben die Franzosen nachgeordert.

Walter ist stolz auf das Vertrauen der französischen Staatsbahnen und glaubt, dass der „Bushfighter“ weitere Bahndämme auf der ganzen Welt erobert. Weil die Nachfrage nach den Löschgeräten und der Erfolg des „Bushfighter“ ständig steigt, wurde im April der Spatenstich für eine Betriebserweiterung gesetzt. Inzwischen steht eine weitere Montagehalle vor der Fertigstellung. LUF investiert mehr als eine Million Euro.

Firmen-Fakten

LUF GmbH

» Gegründet: 1990, in Familiennachfolge von Schlosserei Johann Walter (1896)

» GF und Besitzer: Bruno Walter

» Mitarbeiter: 11

» Fire- und Bushfighter-Geräte