Alle zwei Tage eine Fälschung

Markt / 18.08.2014 • 22:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Eurobus kann man Schillinge in Euro umtauschen. 8,3 Mrd. ATS sind noch im Umlauf.  Fotos: VN/Stiplovsek
Im Eurobus kann man Schillinge in Euro umtauschen. 8,3 Mrd. ATS sind noch im Umlauf. Fotos: VN/Stiplovsek

Noch 8,3 Mrd. Schilling in Umlauf. In zwei Monaten gibt es den neuen 10-Euro-Schein.

Bregenz. Der Eurobus hat wieder Fahrt aufgenommen. Bereits zum 13. Mal tingelt der Bus der Österreichischen Nationalbank (OeNB) durch die Lande, informiert über den Euro, die Inflation, das neue europäische Zahlungssystem SEPA oder ermöglicht es auch, die alten Schillinge in Euros umzutauschen. In den vergangenen zwölf Jahren haben nicht weniger als 49.000 Vorarlberger 26 Millionen Schilling umgetauscht.

Gestern machte der Eurobus Halt in Bregenz. Von dort aus fährt er in den kommenden drei Tagen drei weitere Stationen (Dornbirn, Feldkirch und Bludenz) an.

Neuer Zehner in zwei Monaten

Eine der Attraktionen ist dieses Jahr sicherlich der neue 10-Euro-Schein, der am 23. September in Umlauf gebracht wird.  „In ein bis zwei Jahren dürfte der alte Schein Geschichte sein“, erklärt Armin Schneider, Direktor der Zweiganstalt West der OeNB, im Gespräch mit den VN. Das ginge deshalb so schnell, weil der Zehner ein klassischer Bankomaten-Schein sei. 2013 wurde bereits die 5-Euro-Note ausgetauscht. Von dieser seien jedoch noch jetzt etliche alte Scheine im Umlauf, weil der Fünfer eben kein Bankomaten-Schein sei. Nach und nach sollen auch die restlichen Geldnoten einen Relaunch erfahren und die sogenannte „Europa-Serie“ eingeführt werden. Durch die neuen Sicherheitsmerkmale soll der Geldschein noch sicherer werden.

Doch hundertprozentig sicher kann ein Geldschein nie sein. Österreich zählt zwar zu einem jener Länder in Europa mit dem niedrigsten Falschgeldaufkommen. Dennoch gibt es in Vorarlberg laut OenNB jährlich im Schnitt 230 Fälschungen. „Das heißt, wir haben hier in Vorarlberg in etwa jeden zweiten Tag eine sogenannte Blüte“, sagt Schneider und fügt hinzu: „Je weiter es nach Osten geht, desto höher ist auch die Fälschungsrate.“ Schon in Tirol seien wesentlich mehr Blüten im Umlauf. Schneider führt das auf den noch stärkeren Tourismus zurück.

Übrigens: Am häufigsten gefälscht wird der 20er. Zwei Drittel aller Fälschungen fallen auf die 20er- und 50er-Banknoten. 17 Prozent sind falsche Hunderter.

Wechseln lohnt sich

8,3 Milliarden Schilling sind in Österreich noch in Umlauf. „Bricht man das auf Vorarlberg herunter, sollten hierzulande noch etwa 250 Millionen Schilling in Umlauf sein“, sagt Schneider und zieht einen interessanten Vergleich: „Würde man die Scheine aufeinanderstapeln, wäre der Stapel drei Mal so hoch wie das Panoramahaus in Dornbirn.“

Wie viel von den 250 Millionen Schilling in Vorarlberg noch existieren, „vermag man natürlich nicht zu sagen“. Ein Umtausch lohnt sich aber allemal und ist manchmal sogar ein gutes Geschäft. Denn: Für eine Fünf-Schilling-Münze bekommt man derzeit sogar 1,20 Euro, was 16,512 ATS entspricht – also das Dreifache an Wert. „Das hängt mit dem Silbergehalt zusammen“, erklärt Schneider.

Trotz aller bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten werden nach wie vor 80 Prozent aller Zahlungen Cash abgewickelt. Deshalb wird auch immer mehr Bargeld gedruckt. Laut Schneider werde in diesem Jahr die 1-Billion-Euro-Grenze überschritten.

In ein bis zwei Jahren wird der alte Schein Geschichte sein.

Armin Schneider
Der alte und neue 10-Euro-Schein.  
Der alte und neue 10-Euro-Schein.  

Eurobus

Tourtermine:

Dienstag (19.8.) Dornbirn Marktplatz; Mittwoch (20.8.) Feldkirch Sparkassenplatz; Donnerstag (21.8.) Bludenz, Riedmillerdenkmal

Fakten:

» Noch 8,3 Mrd. Schilling im Umlauf

» Vorarlberger wechselten bisher 26 Mill. Schilling

» 230 gefälschte Euro-Scheine in Vbg. pro Jahr

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