Der Handel ist im Wandel

Markt / 21.10.2014 • 18:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Vorarlberger Delegation in Salzburg: KBS Lehrerin Heike Paschold, KBS Lehrer Daniel Benzer, Ümit Aydemir, KR Karl Grabuschnigg, Dario Fink und Maria Seidl. Foto: WKS/Neumayr
Die Vorarlberger Delegation in Salzburg: KBS Lehrerin Heike Paschold, KBS Lehrer Daniel Benzer, Ümit Aydemir, KR Karl Grabuschnigg, Dario Fink und Maria Seidl. Foto: WKS/Neumayr

Die Vorarlberger Handelsbetriebe setzen vermehrt auf eine spezialisierte Ausbildung mit Schwerpunkten.

Lehrplan. (VN-cro) Seit zehn Jahren setzt unter anderem der Lebensmittelhandel auf eine maßgeschneiderte Ausbildung. Bestes Beispiel dafür sind die Spar-Akademie-Klassen, in denen das Lernen weit über das herkömmliche Maß hinausgeht. So wird in praxisorientierten Unterrichtseinheiten gezeigt, wie der Nachwuchs fachgerecht eine Obst- und Gemüsetheke bestückt, es werden Sennereien oder Milchhöfe besucht oder die Fachkräfte der Zukunft erfahren Wissenswertes über die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch der Einrichtungsfachhandel und die Textilbranche sind diesen Weg der verstärkten Spezifizierung gegangen.

Spezifizierung macht Sinn

„Nach diesen gelungenen Vorbildern sind wir an die Berufsschulen herangetreten, mit der Absicht, auch in den anderen Einzelhandels-Schwerpunkten vermehrt warenspezifische Inhalte vermitteln zu wollen“, sagt Michael Tagwerker, Geschäftsführer der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer. Durch den Facettenreichtum der Berufe, zu denen unter anderem auch Schwerpunkte wie Baustoffhandel, Fleischfachhandel, Gartencenter, Kraftfahrzeuge und Ersatzteile, Versicherungen oder Kosmetikartikel und Schuhe gehören, macht das auch durchaus Sinn, ist er überzeugt. Allerdings, und das könnte der Knackpunkt sein, müssten nicht nur die Lehrpläne neu gestaltet werden, sondern auch die Ausbildungsbetriebe dazu bereit sein, den Lehrlingen einen zusätzlichen halben Berufsschultag einzuräumen. Das wären insgesamt nochmals 180 zusätzliche Unterrichtsstunden. Für die Wirtschaftskammer sei die Umsetzung jedoch ein wichtiger Schritt, damit die Lehre im Handel auch weiterhin attraktiv bleibt. Denn auch hier wird vorausschauend betrachtet, in Zukunft auf Lehrlinge gebaut. „Und der Kampf wird härter“, weiß Tagwerker, „wir haben jährlich einen Rückgang von sechs Prozent zu verzeichnen.“

Dass bereits erste Schritte in die richtige Richtung erfolgt sind, zeigen die Erfolge, die in Vorarlberg verzeichnet werden. „Wenn ich sehe, mit welcher Begeisterung unser Verkaufsnachwuchs beim Junior Sales Champion teilgenommen und mit welchem Fachwissen sie sich bewiesen haben, bin ich sicher, dass ihnen und der Branche eine erfolgreiche Zukunft bevorsteht“, ist Karl Grabuschnigg, Bildungssprecher der Sparte Handel überzeugt. „Sie sind tolle Botschafter des Handels.“

Wir wollen nach dem Vorbild der Spar-Akademie vermehrt warenspezifische Inhalte vermitteln.

Michael Tagwerker, WKV

Lehre im Einzelhandel

» Dauer: 3 Jahre

» 15 Schwerpunktbereiche

» 1125 Lehrlinge in 24 Lehrberufen

» 378 Burschen, 747 Mädchen

» 280 davon im Lebensmittelhandel