Flatz: Dämmstoffwerk um 15,5 Millionen Euro

Markt / 14.11.2014 • 22:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Werk 4 überzeugt auch ästhetisch: Architekt Michael Heim hat die Fassade entworfen. Foto: Flatz  

Werk 4 überzeugt auch ästhetisch: Architekt Michael Heim hat die Fassade entworfen. Foto: Flatz  

Der Lauteracher Verpackungs- und Dämmstoffspezialist Flatz expandiert weiter.

Lauterach. Die Firma Flatz, 1935 von Eduard Flatz als Buchbinderei gegründet, ist weiterhin auf Wachstumskurs. Im Lauteracher Industriegebiet Süd wurde das Werk 4 in Betrieb genommen, hergestellt werden dort EPS-Formteil-Dämmungen. Flatz ist einer der führenden Dämmmaterialhersteller Österreichs, beschränkt sich aber auf einen regionalen Markt. Innert einem Radius von 200 Kilometern befinden sich Partner und Kunden, denn alles andere, so Geschäftsführer Hans-Peter Flatz, mache ökologisch und ökonomisch wenig Sinn.

Energieinfrastruktur

Was ökologisch Sinn macht, wurde beim Bau des neuen Werks beachtet, betont Prokurist Stefan Flatz im Gespräch mit den VN. „Das neue Werk wurde als eigenständiges Werk mit kompletter Energieinfrastruktur sowie Vorschäumerei und Silo-Anlage aufgebaut. Dabei wurde schon bei der Planung durch Abwärmenutzung sämtlicher Anlagen auf höchste Energieeffizienz geachtet.
Um beste Energieeffizienz und Versorgungssicherheit zu erzielen, wurde das bestehende Werk 3 mit dem neuen Werk über eine knapp 100 Meter lange Medienbrücke energetisch zusammengeschlossen. Dampf, Wasser, Druckluft, Vakuum, Gebäudeheizung und Wärmerückgewinnung (WRG) können zwischen den beiden Werken ausgetauscht werden. Durch die Verbindung zur bestehenden Wärmerückgewinnungsanlage im Werk 3 mit Anbindung an das Heizwerk der Bio-Nahwärme Lauterach ist das neue Werk 4 ebenfalls in die WRG eingebunden, erläutert Flatz die Energieeffizienzmaßnahmen.

Innovative Produktion

Innovativ ist die neue Produktion: Anstelle der üblichen Plattenfertigung, bei der die Dämmplatten aus einem Block herausgeschnitten werden, produziert das Lauteracher Unternehmen nun auf sechs Maschinen mit neuer Formteiltechnik vollautomatisch formgeschäumte Dämmplatten. „Diese neue Art der Produktion ermöglicht neben einer verbesserten Produktqualität eine abfalllose Herstellung“, erklärt Hans-Peter Flatz. Dadurch könne wesentlich mehr extern angeliefertes Altstyropor stofflich wiederverwertet werden. Mit der neuen Produktionstechnik können Dämmplatten aus bis zu 100 Prozent Recyclingmaterial produziert werden. Flatz junior und senior brechen überhaupt eine Lanze für den Werkstoff Styropor, der zu Unrecht in der Kritik stehe. „Im Gegensatz zu anderen Dämmstoffen ist Styropor komplett wiederverwertbar, und Untersuchungen belegen die Effizienz des Dämmstoffes.“

Dämmplatten sind nicht die einzigen Produkte, die bei Flatz aus Styropor entstehen, es gibt auch Transportbehältnisse und Dekoartikel. Flatz steht auf einem weiteren Bein, der Erzeugung von Verpackungen. Jeweils 50 Prozent der Produktion entfallen auf die Bereiche Styropor und Verpackung, beliefert werden damit rund 750 langjährige Kunden.

Flatz-Fakten

Neubau Werk 4

» Investitionssumme: 15,5 Mill. Euro

» Nutzfläche: 11.174 m2

 

Unternehmensdaten

» Mitarbeiter: 270, 30 Lehrlinge

» Umsatz 2013: 60 Mill. Euro

» Investitionen jährlich: 5 Mill. Euro

 

Produktion

» Wellpappe: 40 Mill. Quadratmeter

» Ziehdosen: 80 Mill.

» Styropor-Formteile: 1900 Tonnen

» Flapor-Dämmplatten: 250.000 m3