Japans Wirtschaft rutscht in die Rezession

Markt / 17.11.2014 • 21:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Neuwahlen, Konjunkturhilfen und Verzicht auf Steuer-Anhebung als Mittel.

Tokio. Die Weltwirtschaft hat neben der schlappen Eurozone und den schwächelnden Schwellenländern eine weitere Baustelle: Japan rutschte im dritten Quartal völlig überraschend in eine Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank von Juli bis September um 0,4 Prozent zum Vorquartal. „Das sind keine ermutigenden Zahlen“, sagt Ministerpräsident Shinzo Abe. Grund dafür sind schwächelnde Exporte und ein nur langsam wachsender Konsum. Bereits im Frühjahr war die Wirtschaft um 1,9 Prozent geschrumpft, da sich
die Verbraucher nach der ersten Mehrwertsteuer-Erhöhung mit Käufen zurückhielten. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge wird von Rezession gesprochen. Der japanische Yen fiel wegen der enttäuschenden Daten auf ein Sieben-Jahres-Tief zum Dollar.

Abe erwägt nun vorgezogene Neuwahlen, neue Konjunkturhilfen sowie den Verzicht auf eine nochmalige Anhebung der Mehrwertsteuer. Der Steuersatz sollte ursprünglich auf zehn Prozent steigen, nachdem ihn die Regierung im April von fünf auf acht Prozent heraufsetzte.