„Bauen, bauen und bauen“

Markt / 21.11.2014 • 22:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Beispiel für die Bautätigkeit der VOGEWOSI: Betreutes Wohnen in Nenzing.  Foto: VOGEWOSI
Ein Beispiel für die Bautätigkeit der VOGEWOSI: Betreutes Wohnen in Nenzing. Foto: VOGEWOSI

Die gemeinnützige VOGEWOSI stellt heuer 121 neue Wohnungen zur Verfügung.

Dornbirn. (VN-sca) Die Lage ist schwieriger als je zuvor. „Es gibt im Land große Probleme, weil sich die Menschen das Wohnen nicht mehr leisten können“, stellt der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende der VOGEWOSI, Günter Lampert, (die VN berichteten) gleich eingangs der Bilanzpräsentation von Vorarlbergs größter gemeinnütziger Wohnbaugesellschaft fest. Generell habe sich die gesellschaftliche Situation geändert: „Die Belastungen sind größer, ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung können sich immer weniger Menschen leisten.“ Die VOGEWOSI habe sich immer für leistbares Wohnen stark gemacht und das sei heute notwendiger denn je. Dementsprechend auch die Empfehlung vom Lampert, der mit Ende Jahr den Vorsitz abgibt, an seine Nachfolger: „Bauen, bauen und nochmals bauen.“

Mieten stabilisiert

VOGEWOSI-Wohnungen kosten im Schnitt 4,48 Euro netto pro Quadratmeter Miete, „keine kostet mehr als 6,50 Euro“, so Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz. Inklusive sämtlicher Betriebs- und Heizkosten kosten neue Wohnungen unterm Strich maximal neun Euro pro Quadratmeter Wohnnutzfläche; ältere Wohnungen, die vor 2000 bezogen wurden, sind mit acht Euro pro Quadratmeter gedeckelt. „Möglich wurde dies durch die massive Senkung der Eigenmittelzinsen mit einem Gesamtaufwand von 1,7 Millionen Euro.“

Schlüssel sind Gemeinden

Fortgesetzt werden auch die Bemühungen, in den ländlichen Gemeinden Wohnanlagen zu errichten. „In den vergangenen Jahren haben wir fast alle Gemeinden des Landes besucht“, berichtet Lorenz. Ergebnis: in 48 Gemeinden ist die VOGEWOSI nun mit Wohnanlagen vertreten bzw. wird sie bald vertreten sein. „Mit der Eröffnung der neuen Wohnanlage in Warth im Dezember 2014 hat die VOGEWOSI dann in jeder zweiten Gemeinde Vorarlbergs eine Mietwohnanlage.“ Die Wohnanlagen werden in enger Kooperation mit den Gemeinden geplant und sind exakt auf deren Bedürfnisse abgestimmt. Günter Lampert appelliert an jene Gemeinden, die bislang noch zögern: „Wenn eine Gemeinde ein baureifes Grundstück zur Verfügung stellt, versprechen wir innerhalb von zwei Jahren eine Wohnanlage zu errichten.“ Aktuell befinden sich 33 Wohnanlagen in Vorbereitung oder werden gerade errichtet, 28 davon in ländlichen Gemeinden. Heuer können 121 Wohnungen bezogen werden, das Neubaubudget liegt bei 30 Mill. Euro. „Wir bauen derzeit so viel wie noch nie“, sagt Geschäftsführer Lorenz, der sich nicht erinnern kann, dass in den 28 Jahren, die er im Unternehmen tätig ist, je so viel gebaut wurde. Rund 45.000 Menschen leben in den Mietwohnungen der VOGEWOSI, die von Jahresende 2013 mit 13.443 Wohnungen um 38 gesteigert werden konnten.  Die Zahl der neuen Bauvorhaben konnte im Jahr 2013 wieder erhöht werden, was in den Jahren 2015 und 2016 zu einem Anstieg an neuen Wohnungen führen wird, nämlich rund 380. Die VOGEWOSI hat für das weitere ambitionierte Bauprogramm vorgesorgt. Im ganzen Land stehen Grundstücke mit 190.000 Quadratmetern Gesamtfläche und einem Wert von 22,7 Mill. Euro zur Verfügung. „Mit diesen Reserven sind wir in der Lage, sehr schnell neue Wohnungen zu bauen und kostengünstig zu finanzieren“, ist sich Lorenz sicher. Dass ordentlich gearbeitet wird, attestierte der Revisionsverband der gemeinnützigen Bauvereinigungen.

Immer weniger Menschen können sich Eigenheim leisten.

Günter Lampert

VOGEWOSI in Zahlen

» Bilanzsumme: 694,1 Mill. Euro

» Eigenkapital: 170,5 Mill. Euro

» Sachanlagevermögen: 536,3 Mill. Euro

» Umsatz: 70,4 Mio. Euro

» Bilanzgewinn: 4,34 Mio. Euro

» Bestand unbebaute Grundstücke: 188.300 m2

» Mietwohnungen: 13.443

» Eigentumswohnungen (nur Verwaltung): 2626

» Verwaltete Wohnungen gesamt: 16.069

» Mitarbeiter: 86