Am 32. Dezember 2014 ist es zu spät

Markt / 28.12.2014 • 21:57 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Jetzt ist es aber wirklich allerhöchste Zeit, wenn man noch Steuern optimieren will.  Foto: Symbol VN/Paulitsch
Jetzt ist es aber wirklich allerhöchste Zeit, wenn man noch Steuern optimieren will. Foto: Symbol VN/Paulitsch

VN-Steuerexperten Peter Bahl und Gerhard Fend: Steuertipps zum Jahresende für Unternehmer und Private.

Schwarzach. (VN) Wer 2014 noch Steuern sparen möchte, muss sich sputen: Sparen kann man etwa, indem man Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen noch heuer bezahlt.

» (Topf-)Sonderausgaben: Die üblichen (Topf-)Sonderausgaben (wie etwa die Prämien für Kranken-, Unfall- und Lebensversicherung oder die Rückzahlungen für Wohnraumschaffung oder -sanierung) können nur bis maximal 2920 Euro geltend gemacht werden. Für Alleinverdiener oder Alleinerzieher verdoppelt sich der Höchstbetrag auf 5840 Euro. Ab drei Kindern erhöht sich dieser Betrag um 1460 Euro pro Jahr. Allerdings wirken sich die Topf-Sonderausgaben nur zu einem Viertel einkommensmindernd aus. Ab einem Einkommen von 36.400 Euro vermindert sich dieser Betrag kontinuierlich bis zu einem Einkommen von 60.000 Euro, ab dem überhaupt keine Topf-Sonderausgaben mehr zustehen.

» Nachkäufe: Ohne Höchstbetragsbegrenzung, unabhängig vom Einkommen und neben dem „Sonderausgabentopf“ sind etwa Nachkäufe von Pensionsversicherungszeiten und freiwillige Weiterversicherungsbeiträge in der Pensionsversicherung absetzbar. Die Kirchenbeiträge sind mit einem jährlichen Höchstbetrag von 400 Euro begrenzt. Private Spenden sind auch Sonderausgaben. Diese Ausgaben sind mit zehn Prozent des aktuellen Jahreseinkommens begrenzt.

» Arbeitnehmerveranlagung: Am 31. Dezember 2014 endet die Frist für die Abgabe der Arbeitnehmerveranlagung 2009. Arbeitnehmer, die eine Veranlagung beantragen möchten, haben dafür fünf Jahre Zeit. Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen können nur in dem Jahr steuerlich berücksichtigt werden, in dem diese auch bezahlt wurden. Wer 2011 aufgrund einer Mehrfachversicherung (z.B. gleichzeitig zwei oder mehr Dienstverhältnisse oder unselbstständige und selbstständige Tätigkeit) über die Höchstbemessungsgrundlage hinaus Kranken-, Arbeitslosen- und Pensionsversicherungsbeiträge geleistet hat, kann diese noch bis 31. Dezember 2014 rückerstatten lassen. Die Rückerstattung ist grundsätzlich lohn- bzw. einkommensteuerpflichtig.

Steuertipps für Betriebe

» Spenden: Spenden aus dem Betriebsvermögen an begünstigte Institutionen (z.B. an Forschungseinrichtungen, Museen oder bei Katastrophenschäden) sind steuerlich absetzbar. Die Spenden können bis zu einer Höhe von zehn Prozent des Gewinnes des laufenden Jahres abgesetzt werden; sie müssen jedoch bis spätestens 31. Dezember 2014 geleistet werden.

» Gewinnfreibetrag: Natürliche Personen können den Gewinnfreibetrag in Höhe von 13 Prozent (max. 45.350 pro Jahr) in Anspruch nehmen. Der Grundfreibetrag (max. 3900) steht allen zu. Voraussetzung für einen darüber hinaus gehenden Freibetrag ist, dass Investitionen in begünstigte Wirtschaftsgüter getätigt werden. Dazu gehören abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren, aber auch bestimmte Wertpapiere mit einer Laufzeit von vier Jahren. Um den Freibetrag optimal zu nutzen, sollte der voraussichtliche Gewinn des Jahres 2014 berechnet und heuer noch investiert werden.

Zur Prüfung der letzten Steueraktivitäten in diesem Jahr einige Hinweise für Unternehmer in Kurzform:

» Pensionsrückstellungen: Zum Ende eines Wirtschaftsjahres müssen für Pensionsrückstellungen Wertpapiere und/oder Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen in Höhe von 50 Prozent des vorjährigen Rückstellungsbetrages im Betriebsvermögen vorhanden sein. Beträgt die Wertpapierdeckung weniger, wird der Gewinn um 30 Prozent der Unterdeckung erhöht.

» Weihnachtsgeschenke: Weihnachtsgeschenke an Mitarbeiter sind bis zu einer Höhe von 186 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn es sich dabei um Sachzuwendungen (z.B. Warengutscheine oder Goldmünzen) handelt. Achtung: Geldgeschenke sind immer steuerpflichtig!

» Aufbewahrungspflicht: Am 31. Dezember 2014 endet die siebenjährige Aufbewahrungspflicht für Bücher, Aufzeichnungen und Belege des Jahres 2007. Davon ausgenommen sind Unterlagen, die in einem anhängigen Berufungsverfahren von Bedeutung sind. Grundstücke betreffende Unterlagen müssen bis zu 22 Jahre aufbewahrt werden.

» Jobticket: Kosten für ein öffentliches Verkehrsmittel können auch dann steuerfrei vom Dienstgeber übernommen werden, wenn kein Anspruch auf Pendlerpauschale besteht. Die Rechnung muss auf den Unternehmer lauten und den Namen des Dienstnehmers beinhalten. Ein reiner Kostenersatz des Dienstgebers ist steuerpflichtig.

Nachkäufe von Versicherungszeiten sind ohne Höchstbetragsbegrenzung absetzbar.

Peter Bahl

Spenden an Forschungseinrichtungen oder Museen aus dem Betriebsvermögen sind absetzbar.

Gerhard Fend