Wo jeden Tag 170.000 Liter Milch fließen

Markt / 28.05.2015 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Raimund Wachter (l.), Johannes Wehinger (techn. Leiter), Reinhard Hofer (Stv.), Reinhard Summer (Obmann).
Raimund Wachter (l.), Johannes Wehinger (techn. Leiter), Reinhard Hofer (Stv.), Reinhard Summer (Obmann).

Vorarlberg Milch: mehr Umsatz, weniger Gewinn. Der Milchpreis ist das Sorgenkind.

Feldkirch. (VN-reh) Milch, Joghurt oder Käse sind für viele Vorarlberger unverzichtbar. Auch ein Grund, weshalb Vorarlberg Milch seit Jahren weiter wachsen kann, und das trotz wettbewerbsintensivem Umfeld. Täglich werden in Feldkirch ca. 170.000 Liter Milch angeliefert. Insgesamt waren es 2014 fast 62 Millionen Kilogramm und vier Prozent mehr als im Jahr 2013. Der Umsatz stieg ebenfalls, wenn auch nur um ein Prozent. Dass es eine Differenz zwischen Warenumsatz und Milchanlieferung gibt, dafür ist der starke Preisdruck auf bestimmte Produkte verantwortlich, weil manche Preise reduziert werden mussten.

Auch beim Bilanzgewinn musste Vorarlberg Milch Abstriche machen. Er ging um knapp 14 Prozent auf 390.000 Euro zurück. Geschäftsführer Raimund Wachter spricht aber dennoch von einem insgesamt sehr erfolgreichen Jahr. Positiv auch die Investitionstätigkeit: Über 1,8 Millionen Euro flossen im vergangenen Jahr in die Erweiterung des Außentanklagers, in den Verkaufsladen in Feldkirch und einen modernisierten Lagerleitstand.  

Geringerer Milchpreis

Sorgenkind ist zurzeit der Milchpreis. Lag er 2014 noch bei 42,08 Cent, übrigens dem höchsten Stand seit EU-Beitritt, ist er nun auf 36,19 Cent gesunken. Eine, so Wachter, sehr unerfreuliche Situation, auf die man sich aber einstellen müsse. Das Aus der Milchquote als Grund dafür zu sehen, sei zu einfach. „Der weltweite Milchmarkt ist derzeit schwierig, der Preisdruck hoch. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich das wieder stabilisiert.“ Dafür, dass die niedrigeren Milchpreise beim Konsumenten ankommen, sei letztlich der Handel zuständig.

Mehr Exporttätigkeit

Das Ende der Milchquote bringt für Vorarlberg Milch aber keine neue Situation. Durch die Liberalisierung des Milchmarktes will man nun aber vermehrt die Chancen im Ausland nutzen. Schon jetzt liegt der Exportanteil bei 28 Prozent. Raimund Wachter sieht neben dem Hauptabsatzmarkt Deutschland sowie den Beneluxländern vor allem Potenzial in Skandinavien. Dorthin sollen allerdings keine Frischmilchprodukte, sondern vielmehr Käsespezialitäten exportiert werden.

Raimund Wachter (l.), Johannes Wehinger (techn. Leiter), Reinhard Hofer (Stv,), Reinhard Summer (Obmann).
Raimund Wachter (l.), Johannes Wehinger (techn. Leiter), Reinhard Hofer (Stv,), Reinhard Summer (Obmann).

Wirtschaftsjahr 2014

» Milchlieferanten: 561
» Mitarbeiter: 121
» Milchanlieferung: 61,7 Mill. kg
(+ 3,7 %)
» Milchgeld: 26 Mill. Euro (+ 6,5 %)
» Ø ausbezahlter Milchpreis: 42,08 Cent/kg inkl. MwSt.
» aktueller Milchpreis: 36,19 Cent/kg
» Umsatz: 48,4 Mill. Euro (+ 1 %)
» Absatz: Inland 72 %, Export 28 %
» Bilanzgewinn: 390.450 Euro
(- 13,7 %)