Arbeit von zu Hause aus

Markt / 29.05.2015 • 08:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Immer mehr Beschäftigte wünschen sich, dass sie von zu Hause aus arbeiten können.
Immer mehr Beschäftigte wünschen sich, dass sie von zu Hause aus arbeiten können.

Von der Telearbeit zum e-Working hin zum Mitarbeiter-Sharing.

ARBEITSMODELLE. Unabhängig von zu Hause aus arbeiten: Diesen Wunsch hegen immer mehr Arbeitnehmer, wie aus einer aktuellen Befragung hervorgeht. Vor allem für Familien sei so die Kinderbetreuung besser organisierbar, lautet eines der Hauptargumente. Lange Zeit galt die „Telearbeit“, wie diese Arbeitsform früher genannt wurde, eher verpönt. Mittlerweile gilt e-Working, wie es mittlerweile genannt wird, durchaus als Zukunftsmodell. Allerdings ist es nur anwendbar, wenn die Rahmenbedingungen passen. Laut Arbeitsexperten sei ein entsprechendes Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer unbedingt vonnöten. Es sei auch nicht jeder Arbeitnehmer für das Arbeiten in den eigenen vier Wänden geeignet. Es braucht dafür eine gute Selbstorganisation, Kenntnis der eigenen Grenzen und das Wissen darum, was machbar ist – und was nicht.

Sich nicht ausgrenzen

Was viele unterschätzen: Der Kontakt zu Firma und zu anderen Mitarbeitern kann rasch verloren gehen. Man ist vielfach abgeschnitten vom Geschehen, das sich im Unternehmen ereignet. Eine Möglichkeit ist, dass die Arbeitszeit zwischen Home-Office und Büroanwesenheit aufgeteilt wird. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass Punkte wie Haftungsfragen und die Übernahme der Kosten für Geräte und Internetanschluss geregelt werden. Das gilt auch für die Arbeitszeit und die Erreichbarkeit der Mitarbeiter. Ein Forschernetzwerk aus Europa, dem auch die österreichische Betriebswirtin Irene Mandl angehört, veröffentlichte zum Thema „Neue Formen der Beschäftigung“ vor Kurzem eine Studie. Im Fokus standen Arbeitsmodelle, die seit dem Jahr 2000 auftauchen oder sich seither verstärken. Der Trend zum e-Working ist daraus eindeutig sichtbar. In den Niederlanden etwa ist flexibles Arbeiten bereits Normalzustand. Jobsharing – zwei oder mehr Mitarbeiter teilen sich einen Arbeitsplatz – ist dort kein Thema mehr, sondern Standard, betont Mandl. Und in Irland setzte vor allem der öffentliche Sektor auf das Jobsharing-Modell – um zu sparen, aber gleichzeitig das Know-how der Mitarbeiter zu behalten.

In Österreich gibt es diesbezüglich noch einigen Nachholbedarf. Für die Wissenschaftlerin nur eine Frage der Zeit, bis auch bei uns mehr Flexibilität einkehrt. Ebenso auf dem Vormarsch sind alternative Kooperationsmethoden von Selbstständigen und kleinen Unternehmen. Und auch das in Frankreich entwickelte Modell des Mitarbeiter-Sharings – mehrere Arbeitgeber teilen sich einen Mitarbeiter – ist eine Form, die zumindest in fernerer Zukunft auch hierzulande Einzug erhalten wird.