Export: “Geduld und gute Nerven”

Markt / 19.08.2015 • 22:17 Uhr
Export: "Geduld und gute Nerven"

Exportierende Firmen brauchen oft einen langen Atem, bis sie
ihr Geld bekommen.

Wien. (VN) Österreichische Exporteure müssen in Russland, der Türkei und Indien am längsten auf ihr Geld warten. In diesen Ländern bleiben Zahlungen am häufigsten aus, ermittelte die OeKB Versicherung, ein Unternehmen, das es wissen muss, als Tochter von Oesterreichischer Kontrollbank AG und dem führenden Kreditversicherer Euler Hermes. Derzeit melden die Exporteure in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) steigende Zahlungsverzüge. Auch in der Türkei seien die Wachstumsraten drastisch zurückgegangen. Neue Hoffnungsmärkte sind Mexiko, Ecuador und Peru.

„In Mexiko, Ecuador und Peru machen unsere Kunden verstärkt Geschäfte. Wir sehen das an der jeweils steigenden Deckungssumme. Das liegt wohl zum Teil daran, dass die BRIC-Länder schwächeln und sich die Exporteure jetzt auf neue Märkte wagen“, so Vorständin Karolina Offterdinger. In die Ukraine wird derzeit nur noch „im bescheidenen Ausmaß“ geliefert. Durch den Konflikt mit Russland seien die Zahlungsverzüge um ein Vielfaches gestiegen.

Verglichen wurden für die Untersuchung die Werte zum Ende des zweiten Quartals mit den Vorjahreszahlen. In 75 Prozent der Fälle ist ein Verzug Vorläufer eines Schadensfalles und daher eine wichtige Kennzahl. Das restliche Viertel resultiert aus der Insolvenz von Abnehmern. „Wenn unsere Versicherungsnehmer steigende Verzüge melden, dann ist das für uns ein wichtiger Indikator für die zukünftige Entwicklung“, erklärt Offterdinger.