Bei VW muss jetzt Porsche-Chef ran

25.09.2015 • 20:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Schwere Aufgabe für neuen VW-Chef Matthias Müller. Foto: AP
Schwere Aufgabe für neuen VW-Chef Matthias Müller. Foto: AP

Sturm um VW tobt weiter. Neues Management soll Industrieschiff wieder auf Kurs bringen.

Wolfsburg. (VN) Ab 11 Uhr suchte am Freitag der 20-köpfige Aufsichtsrat der Volkswagen AG gut abgeschirmt von der Öffentlichkeit in einem Gebäude auf dem Werksgelände einen Ausweg aus der weltweiten Abgas-Krise. Und vor allem einen neuen Kapitän für das schlingernde Schiff. Nach einem siebenstündigen Sitzungsmarathon wurde Matthias Müller (62) zum neuen Chef des VW-Konzerns gekürt. Der bisherige Porsche-Vorstandschef übernimmt die Nachfolge von Martin Winterkorn, der wegen des Abgas-Skandals bei Europas größtem Autobauer zurückgetreten war. Er werde seine Aufgabe „mit ganzer Kraft angehen“, sagte der Interimsvorsitzende des Kontrollgremiums, Berthold Huber. Müller war bereits vor dem Treffen der Aufseher als Favorit für den Spitzenposten gehandelt worden. Auch sonst wurden personelle Konsequenzen gezogen. Volkswagen-Aufsichtsratschef Huber: „Wir haben einige Mitarbeiter bereits beurlaubt.“

Müller muss nun VW aus der schweren Vertrauenskrise führen, die die Affäre um manipulierte Messwerte bei Abgasen von Dieselmotoren in den USA ausgelöst hatte. Nach Angaben von VW sind weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen.  Die Krise bei Volkswagen wirkt sich neben Audi auch auf die Töchter Skoda und Seat aus. Eine vollständige Liste der betroffenen Modelle gibt es nach wie vor noch nicht.