Noch heuer fällt Entscheidung über eine Ikea-Ansiedlung

Markt / 29.09.2015 • 22:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dieses im Besitz der Gemeinde befindliche Grundstück beim Millenium Park ist für Ikea vorgesehen.  VN/Steurer
Dieses im Besitz der Gemeinde befindliche Grundstück beim Millenium Park ist für Ikea vorgesehen.  VN/Steurer

Möbelhändler Ikea präsentierte bereits Marktmodelle in Lustenau. Tiefgarage statt Parkplatz.

Lustenau. (VN-sca) Der Reiseverkehr zwischen Vösendorf und Lustenau hat sich in letzter Zeit intensiviert. Bereits vor einigen Wochen reiste das Planungsteam des Möbelriesen an den Rhein und zeigte, dass es Ikea-Kaufhäuser in allen möglichen Formen gibt und deshalb auch die Nachbarn im Millenium Park nicht einen gesichtslosen blauen Klotz vorgesetzt bekommen. Für Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer, der diese Woche in der Ikea-Zentrale in Vösendorf zu Gast ist, ist die Architektur des Hauses auf dem 24.000 Quadratmeter großen Grundstück jedenfalls kein Grund, sich gegen Ikea zu sträuben. Und auch einen Parkplatz fürchtet er nicht, denn er weiß bereits, dass Ikea eine Tiefgarage geplant hat.

Mandat für Verhandlungen

Fürchten tut sich die Gemeinde auch nicht. Bei der Sitzung des Planungs- und Wirtschaftsausschusses am Montagabend erhielt der Bürgermeister jedenfalls ein Mandat für die weiteren Verhandlungen. Schwierigste Materie ist derzeit die Verkehrsanbindung des Möbelhändlers. „Wir haben renommierte Verkehrsplaner beauftragt, eine Lösung zu finden, die für Lustenau und Ikea gut ist“, berichtet Fischer über den Stand der Dinge. Unter den Planern der Salzburger Herbert Knoflacher, der für seine autokritische Haltung bekannt ist und auch in Lustenau damit nicht hinter dem Berg hält. Einbezogen ist auch das Land, weil das Kaufhaus an eine Landesstraße andocken wird. Noch heuer soll dann die Gemeindevertretung laut Zeitplan definitiv über die Ansiedlung entscheiden. „Im Oktober wird es sich nicht mehr ausgehen“, so Fischer.  

Der Bürgermeister will die Chance auf jeden Fall beim Schopf packen und nicht nur den Verkehr nach Dornbirn in Kauf nehmen müssen, „wie wir es jetzt schon tun“:  Unbestritten sei auch, dass man im Wirtschaftsraum Unteres Rheintal Wachstum brauche und dass sich niemand in Lustenau eine weitere Kaufkraftabwanderung in das benachbarte Dornbirn wünsche, stellt er fest und verweist nicht nur auf die Steuereinnahmen für Lustenau, sondern auch auf die rund 120 Arbeitsplätze, die bei einer Ansiedlung des schwedischen Möbelhauses geschaffen würden.

Baubeginn 2017?

Für Ikea wäre Lustenau der achte Standort in Österreich. Die Sprecherin des Unternehmens, Barbara Riedl, bestätigt gegenüber den VN Verhandlungen, will aber noch keine Details nennen, weil noch sehr viele Dinge zu klären sind. Wenn die Verträge unterzeichnet werden, und davon gehen Ikea und die Marktgemeinde Lustenau derzeit aus, wird es zur Klärung dieser Punkte im Jahr 2016 sehr intensive Arbeiten geben, so Fischer. Mit einem Baubeginn ist deshalb im frühesten Fall im Jahr 2017 zu rechnen.

Für den Bürgermeister der Marktgemeinde ist der Grundstücksdeal, so er zustande kommt, „die größte Transaktion, die ich in
meiner Amtszeit tätigen werde“. Bei der Ansiedlung eines McDonald’s-Restaurants handelt es sich nicht um ein Grundstück der Gemeinde, hier sind seitens der Gemeinde nur die entsprechenden Genehmigungen für die Betreiber notwendig.