Wirtschaft wächst, aber Arbeitslosigkeit steigt

Markt / 29.09.2015 • 21:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wifo/IHS rechnen 2016 mit stärkerer Wirtschaftserholung.

Wien. (VN) Österreichs Wirtschaft gewinnt etwas an Dynamik und dürfte sich kommendes Jahr stärker erholen als bisher angenommen. Für heuer sieht das Wifo 0,7 Prozent reales Wachstum. Für 2016 sind die Institute noch optimistischer: Das Wifo rechnet mit 1,4 Prozent BIP-Plus, das Institut für Höhere Studien (IHS) mit 1,6 Prozent. Treiber der etwas stärkeren Erholung ist primär die Entlastung der Einkommen durch die Steuerreform 2015/16, die den privaten Konsum antreibt und die Ausweitung der Beschäftigung beschleunigt. Wifo-Chef Karl Aiginger warnt aber vor Euphorie: „Ich glaube nicht, dass wir uns zurücksetzen können und sagen ‚2016 ist eh alles wieder normal‘, denn Österreichs Wirtschaft ist auf der Kriechspur. Bis vor drei Jahren wuchsen wir stärker als Europa.“ Die Arbeitslosigkeit in Österreich dürfte aber vor allem nächstes Jahr weiter steigen. Heuer wird nach nationaler Berechnung eine Arbeitslosenrate von 9,2 Prozent erwartet, 2016 könnte sie laut Wifo auf 9,7 Prozent klettern und laut IHS auf 9,3 Prozent.

Flüchtlinge integrierbar

Auch einen weiteren Flüchtlingszustrom im nächsten Jahr halten die Wirtschaftsforscher für den heimischen Arbeitsmarkt aber für verkraftbar, sofern dafür Vorbereitungen getroffen werden. 30.000 zusätzliche Kräfte im Jahr wären kein Problem, wenn es eine Strategie gebe, so Aiginger.

Der heimische Außenhandel wird stark durch die Krise in den Schwellenländern belastet, worunter in erster Linie die Warenexporte leiden. Die Ausfuhren nach China und Russland brachen im 1. Halbjahr ein, auch mit den Euro-Ländern war der Handel rückläufig. Ein leichtes Plus konnte nur durch Zuwächse mit den USA und auch Osteuropa-Staaten erreicht werden.