Filmkommission soll James Bond und Co. ins Land holen

06.10.2015 • 20:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Filmwerk-Obmann Teddy Maier fordert offensivere Betreuung für internationale Filmprojekte.  VN/Steurer
Filmwerk-Obmann Teddy Maier fordert offensivere Betreuung für internationale Filmprojekte.  VN/Steurer

Filmwirtschaft will Filmförderung und -produktionsbetreuung professionalisieren.

Schwarzach. (VN-sca) James Bond im Bregenzer Festspielhaus – das war nicht nur ein Highlight für Kinofans, das war auch ein Gewinn für die Tourismusdestination Vorarlberg. Bereits die Filmcrew fettete mit ihrem Aufenthalt die Bilanz in Gastronomie und Hotellerie auf. Das ist auch bei einer vergleichsweise kleinen Produktion der Fall. Derzeit drehen ZDF und ORF einen neuen Bodensee-Krimi. Der Vorarlberger Filmfonds unterstützt das Projekt mit 80.000 Euro. Das Filmteam lässt indes 400.000 Euro im Land liegen.

Nicht ganz zufrieden

Seit 2014 gibt es in Vorarlberg eine Filmförderung, nämlich 250.000 Euro im Jahr. Die wurde von der freiwilligen Vereinigung „Filmwerk“ sowie der Fachvertretung der Film- und Musikwirtschaft in der Wirtschaftskammer lange gefordert. Und doch ist Teddy Maier (57), in Personalunion Vorstand beider Organisationen, nach einem Jahr nicht ganz glücklich. Denn mit der Dotierung haben die Zuständigkeiten gewechselt. „Jetzt liegt die Zuständigkeit in der Kulturabteilung“ und die lege andere Maßstäbe an als die Wirtschaftsabteilung, die zuvor Ansprechpartner war. „Nicht dass wir was gegen diesen kulturellen Background haben, aber wir sind auch Unternehmer, die den wirtschaftlichen Aspekt abgedeckt haben wollen“, so Maier.

Vorarlberger Filmkommission

Der Filmwirtschaft des Landes schwebt deshalb vor, dass die Mittel aufgestockt werden und eine Filmkommission installiert wird. „Eine Person, die aus dem Filmbusiness kommt, die Anträge auf Förderung bearbeitet, Abrechnungen prüft und vor allem Ansprechpartner für die Filmschaffenden ist.“  Ein Beamter könne das aber nicht sein, stellt der Unternehmer klar. Das will man nun in einem Gespräch mit dem Wirtschaftslandesrat fordern. Vorbild sind ähnliche Einrichtungen in anderen Bundesländern. Durch aktives Bewerben des Standortes gelinge es z. B. in Tirol immer wieder, spektaktuläre Produktionen zu gewinnen, ein Potenzial, das Vorarlberg leider nicht ausschöpfe. „Cine Tirol Film Kommission“ hilft Produzenten in allen Bereichen, von der Suche nach Locations bis zur Crew vor Ort, bei den Drehgenehmigungen und nicht zuletzt mit Förderungen.

Nutznießer der Filmförderung

Nutznießer einer solchen Förderung seien aber längst nicht nur die Mitglieder. „Es profitieren die Hotellerie, die Gastronomie, Handwerker und auch Kulturschaffende“, ist Maier überzeugt, dass eine Professionalisierung eine breite Wirkung hat. Außerdem erwartet sich Maier einen Beschäftigungseffekt für die Filmwirtschaft und neue Arbeitsplätze für die Absolventen des  Intermedia-Studiums an der Fachhochschule Vorarlberg.

23 Betriebe, 60 Mitarbeiter

Im Filmwerk sind derzeit ­
23 Mitgliedsbetriebe versammelt, die rund 60 Mitarbeiter beschäftigen. „Alles Spezialisten auf ihrem Gebiet, die international tätig sind“, erzählt der Obmann, der in seinem Studio ob Dornbirn ebenfalls schon für zahlreiche Filmproduktionen den richtigen Ton produzierte. Vorarlberger sind als Kameraleute, Schauspieler, Autoren, Location-Scouts, Lichtassistenten, Aufnahmeleiter, Komponisten, Cutter oder Sounddesigner tätig. Die Filmförderung des Landes sieht vor, dass bei geförderten Produktionen 50 Prozent der Förderung der regionalen Filmwirtschaft zugute kommen müssen.

Das Filmwerk will natürlich auch die guten Verbindungen zu Vorarlbergern im internationalen Filmgeschäft nutzen. Maier nennt Namen wie Regisseur Hans Weingartner, Hollywood-Produzent und Filmkomponist Harald Kloser und Filmemacher Reinhold Bilgeri, deren Know-how und gute Verbindungen eingebracht werden sollen.