„Qualität ist die beste Verteidigung“

07.10.2015 • 20:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Robert Karas, Leiter Asset Management Schoellerbank AG.
Robert Karas, Leiter Asset Management Schoellerbank AG.

Erhöhte Volatilität an Börsen bleibt, viel Negatives ist aber bereits in Kursen enthalten.

Schwarzach. (VN-reh) Die Flüchtlingssituation in Europa, die Börsenpanik in China, der VW-Abgasskandal, Unsicherheiten über die Zinswende in den USA oder die Weltwirtschaft, die an Schwung verliert. Negative Nachrichten gab es in den letzten Monaten und gibt es nach wie vor genügend. Darauf haben natürlich auch die Aktienmärkte reagiert. So war das dritte Quartal für die Frankfurter und die New Yorker Börse jeweils das verlustreichste Vierteljahr seit vier Jahren. Der DAX büßte zwölf Prozent ein, der Dow Jones sieben Prozent.

Daraus resultiert jedoch auch ein Vorteil. Denn viel Negatives ist somit bereits in den Kursen enthalten. „Die Stimmungsindikatoren zeigen sogar Kaufsignale an. Fast könnte man sagen: Ein reinigendes Gewitter war notwendig. Allerdings ist es unmöglich vorherzusehen, wie lange die dunklen Wolken alles in ein pessimistisches Licht tauchen werden“, sagt Robert Karas, Leiter Asset Management bei der Schoellerbank. Eine erhöhte Volatilität wird uns also noch länger begleiten. Das sei aber kein Ausstiegsszenario, um vielleicht tiefer wieder kaufen zu können. Viel eher sollte man nach guten Kaufpunkten Ausschau halten, ist er überzeugt.

Japan bleibt wichtig

Egal, wie es kommt, man sollte sich mehr denn je von stark zyklischen, genauso wie von hoch fremdkapitalfinanzierten Unternehmen fernhalten. Abgesehen von den Querelen in China, gefällt dem Experten der Schoellerbank die Mischung an Bewertung, Notenbankpolitik, Wachstum und Wirtschaftsfreundlichkeit vieler asiatischer Länder weiterhin gut. Japan bleibe in der Region ein wichtiger Baustein. Seit Jahresbeginn schlage der japanische Aktienmarkt in Euro gerechnet die Pendants in den USA und Europa.

Qualitätsaktien als Strategie

Die beste Strategie sei bei allem eine solide Verteidigung, um mögliche Schläge an den Börsen abzufedern. „Für den Anleger bietet Qualität die beste Form der Verteidigung“, sagt Karas. Zwar würden Qualitätsaktien zu fairen Preisen in Marktkorrekturen ebenfalls Kursverluste erleiden. Jedoch sollte man nicht die Nerven verlieren. „Wenn das Geschäftsmodell passt, wird der Aktienkurs langfristig der positiven Entwicklung folgen“, ist Karas überzeugt. Oder wie es Starinvestor Warren Buffet einmal formuliert hat: „Es ist viel besser, ein großartiges Unternehmen zu einem angemessenen Preis zu kaufen, als ein mittelmäßiges Unternehmen zu einem großartigen Preis.“