Übernahmewelle rollt vorerst ungebremst

09.10.2015 • 17:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Mag. Monika Rosen
Mag. Monika Rosen

schwarzach. Das sich seit Sommer eintrübende Sentiment auf den Finanzmärkten fand vorerst keinen negativen Niederschlag auf dem globalen Markt für Fusionen und Übernahmen. Nach dem zweiten Quartal überstieg das globale Volumen an angekündigten Abschlüssen auch im dritten die Marke von 1 Billion US-Dollar. Seit Jahresbeginn kumuliert sich der Wert an angekündigten Deals auf 3,17 Billionen. Eingeschränkte organische Wachstumsmöglichkeiten sowie sehr günstige Finanzierungsmöglichkeiten, hervorgerufen durch die expansive Geldpolitik der Notenbanken sowie durch, zumindest bis vor dem Sommer, anziehende Aktienkurse, treiben das Übernahmekarussell großteils an. Interessant ist zudem, dass zwar der massive Ölpreisrückgang von rund 55 Prozent seit Juni 2014 die Aussichten für viele Energieproduzenten eintrübt. Mit einem angekündigten Volumen von 323 Mrd. seit Jahresbeginn reiht sich der Öl- und Gassektor jedoch auf Platz 3 der aktivsten M&A-Sektoren in dem Jahr. Das lässt sich damit erklären, dass sich Synergieeffekte in höherem Ausmaß verstärkt in einem schwierigen Umfeld heben lassen. Angesichts der Turbulenzen von zuletzt stellt sich jedoch die Frage, ob sich die hohe Schlagzahl fortsetzen lässt oder ob die angestiegene Risikoaversion mit etwas Verzögerung doch noch den M&A-Motor zum Stottern bringt.

monika.rosen@unicreditgroup.at,
Mag. Monika Rosen,
Chefanalystin, Bank Austria Private Banking