Holzhochhaus in Kanada mit Herz aus Vorarlberg

13.10.2015 • 20:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

In Kanada entsteht ein 18-stöckiges Studentenheim in Holzbauweise mit Know-how aus Vorarlberg.

Dornbirn, Vancouver. (VN-sca) Die University of British Columbia (UBC) errichtet ein 18-stöckiges Holzhochhaus, das zumindest für einige Zeit das höchste Holzhaus der Welt sein wird. Acton Ostry Architects, das ausführende Architekturbüro, vertraut dabei auf Vorarlberger Know-how. Das Schwarzacher Architekturbüro Hermann Kaufmann wurde als „Consulting Architect“ für den Bau engagiert. Ausschlaggebend dafür waren die Erfahrungen Kaufmanns als Pionier bei Bauten wie dem Lifecycle Tower (LCT) in Dornbirn und dem Illwerke Zentrum Montafon (IZM) in Vandans, so Architekt Hermann Kaufmann gegenüber den VN.

„Einfache Konstruktion“

Das Haus ist im Gegensatz zu den beiden Hybridbauten IZM und LCT, die aus Holz und einem Kern aus Beton bestehen, komplett aus Holz. Kaufmann wählte für das Studentenheim eine einfache Konstruktionsstütze, was möglich ist, weil die Stützen relativ eng gesetzt werden können. Der Brandschutz wird durch eine Sprinkleranlage und ein eigenes Wasserreservoir gewährleistet. Die Holzelemente sind hinter dreifachen Trockenbauwänden gekapselt, die die Ausbreitung eines Brandes über eine Stunde lang verhindern werden, erklärt Architekt Kaufmann. 

Baubeginn in Kürze

Die Genehmigung für den Bau des 53 Meter hohen Gebäudes wurde erteilt. Baubeginn ist noch vor dem Wintereinbruch. Im September 2017 soll das Hochhaus fertiggestellt sein und wird dann für über 400 Studenten zur Heimat auf Zeit. Neben den Appartements

wird das Gebäude Studierräume sowie diverse soziale Treffpunkte bieten.  

Werbung für Holzbau

Das Gebäude soll in der kanadischen Provinz British Columbia, die zu den waldreichsten Regionen der Welt zählt, Werbung für den Holzbau machen. Der Forstminister von British Columbia, Steve Thomson, erklärt, indem man die neuesten Holzbautechnologien verwende, erweitere man den Markt für Holzprodukte. Das Gebäude kostet 35 Millionen Euro (51,5 Mill. kan. Dollar), und damit knapp drei Mill. Euro mehr als ein Haus in Stahl und Beton. Die Mehrkos-

ten werden vom Branchenfonds getragen.

Höchstes Holzhaus

Das Haus auf dem Universitätscampus der westkanadischen Metropole Vancouver wird übrigens für kurze Zeit das höchste Holzhochhaus der Welt sein. Erst wenn das in der österreichischen Hauptstadt Wien geplante Holzhochhaus „HoHo“ mit seinen 24 Stockwerken und 84 Metern Höhe gebaut wird, muss der kanadische Holzbau den Titel wieder abgeben.

UBC Residence

» Planung: Acton Ostry Architects, Vancouver, in Zusammenarbeit mit Architekten Hermann Kaufmann ZT

» Höhe: 53 Meter, 18 Stockwerke, Unterkunft für bis zu 404 Studenten

» Kosten: 35 Millionen Euro

» Zeitplan: Baubeginn im Spätherbst, Fertigstellung 2017