Währungsturbulenzen störten People’s-Flüge

Markt / 21.10.2015 • 22:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
People’s Viennaline erhöht die Taktzahl und hofft auf 5500 zusätzliche Passagiere. Foto: peoples
People’s Viennaline erhöht die Taktzahl und hofft auf 5500 zusätzliche Passagiere. Foto: peoples

Licht und Schatten für People’s am Flugfeld und in der Luft. 

Altenrhein. (VN-sca) Die Fluglinie People’s Vienna Line könnte eigentlich zufrieden sein: elf Prozent mehr Passagiere, insgesamt 63.000, nutzten das Angebot und flogen bislang auf der Strecke Altenrhein–Wien. Es gibt aber noch Luft nach oben. Die Auslastung des Fliegers liegt, so Geschäftsführer Armin Unternähmer, bei 70 Prozent. Dennoch will es das Aviation-Unternehmen für die Kunden künftig einfacher gestalten, Termine in der österreichischen Bundeshauptstadt (oder umgekehrt in Vorarlberg oder der Ostschweiz) ohne allzu großen Zeitverlust wahrzunehmen.

Ab Frühling 2016 fliegt die People’s Viennaline täglich eine vierte Rotation zur Mittagszeit. Aktuell verbindet die Fluglinie den Flughafen Altenrhein mit dem Flughafen Wien Schwechat dreimal täglich. Die zusätzlichen Flüge zur Mittagszeit sollen außerdem Wien-Touristen ansprechen. Damit unterstreiche die Fluglinie ihre Rolle bei der effizienten Zeitgestaltung: „Mehr Flexibilität bei der Flugwahl, mehr Quality-Time“, bringt es Unternährer auf den Punkt und versichert: „Bei uns gibt es dann keine Tarife mehr, die nicht durchbuchbar sind.“ Rund 5500 zusätzliche Passagiere erwartet sich People’s von dieser vierten Rotation.

Profitabler will People’s auch durch den Ausbau des Charterangebotes werden. Zu den Reisezielen Sardinien, Elba und Pula, die im Sommer angeflogen werden, kommen ab 2016 Palma de Mallorca und Lefkas und Epiros in Griechenland neu hinzu. Partner sind die Vorarlberger Reisebüros High Life Reisen, Rhomberg Reisen sowie Sunshine Holiday, außerdem der deutsche Anbieter Universal Flugreisen. Mehr Umsatz und mehr Einnahmen tun not, denn „bis zum heutigen Tag machte die Fluglinie People’s Viennaline rund 1, 6 Millionen Franken weniger Umsatz“ als im Vergleichszeitraum 2014, berichtet Unternährer. „Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Jänner durch die Schweizer Nationalbank traf uns hart. Besonders deshalb, weil die Möglichkeiten gegenzusteuern für das Unternehmen extrem eingeschränkt sind“, klagt Unternährer.

Stark zurückgegangen sind wegen der währungsbedingten Verteuerung von ca. 15 Prozent auch die Flugbewegungen im Bereich „Business Aviation“. Davon seien vor allem grenznahe Flughäfen betroffen, wie ein Vergleich der Schweizer Flughäfen gezeigt habe.

Abgewendet werden konnte eine massive Verteuerung des Flughafenbetriebs. Die Flugsicherung in der Schweiz wird von der dem Bund gehörenden Skyguide AG durchgeführt. Bislang wurden die Kosten der Regionalflughäfen durch die anderen Einnahmen quersubventioniert. Damit ist künftig Schluss, weil die EU, an welche die Schweiz mit Abkommen gebunden ist, das nicht mehr will.  Für Altenrhein und die beiden anderen regionalen Flughäfen, die Liniendienste anbieten, ist das nicht finanzierbar. Nun wurde mit dem Schweizer Verkehrsministerium vereinbart, dass im nächsten Jahr die Kosten nicht steigen und eine Arbeitsgruppe einen Vorschlag erarbeiten soll, wie die Flugsicherung finanzierbar bleibt. „Da gibt es schon einige Möglichkeiten“, ist Unternährer in dieser Hinsicht zuversichtlich.

Suchen bei Flugsicherung nach bezahlbarer Lösung.

Armin Unternährer
People’s Viennaline erhöht die Taktzahl und hofft auf 5500 zusätzliche Passagiere. Foto: peoples
People’s Viennaline erhöht die Taktzahl und hofft auf 5500 zusätzliche Passagiere. Foto: peoples

Zahlen People’s

1. bis 3. Quartal 2015

Passagiere: 62.429

Starts und Landungen: 22.382 (inkl. Business Aviation)

Umsatzminus durch Aufhebung des Mindestkurses: 1,6 Millionen Franken

Lärmpunkte: 14,4 Millionen (maximal erlaubte Punkte im Jahr: 24 Mill.)

Charterziele Sommer 2016: Sardinien, Elba, Pula Palma de Mallorca, Lefkas & Epiros, (Griechenland)

Linie: 4 Rotation ab Frühjahr 2016