Das fünfte Stagnationsjahr

27.10.2015 • 17:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Konjunktur-Warnruf: IV pocht auf avisierte Lohnnebenkosten-entlastung.

Wien. (VN) Die Industriellenvereinigung (IV) befürchtet für 2016 das fünfte Stagnationsjahr in Folge und sieht eine Mitschuld in aus ihrer Sicht fehlenden Gegenmaßnahmen der Regierung. Vom Arbeitsmarktgipfel am Freitag erwartet sich IV-Generalsekretär Christoph Neumayer Schritte zur avisierten Lohnnebenkostensenkung. Es sei entscheidend, die Investitionskrise aufzulösen, so IV-Ökonom Christian Helmenstein.

Das jüngste IV-Konjunkturbarometer für das 3. Quartal signalisiere eine Trendumkehr, aber leider eine negative, so Helmenstein. „Es zeigt wieder nach unten.“ Die Investitionskrise lasse sich derzeit nicht auflösen, weil die Auslastungs- und Gewinnprognosen zu schwach seien und die Regierung nicht gegensteuere. Dass die BIP-Prognosen von Wifo und IHS für 2016 über 1,4 bzw. 1,6 Prozent Realwachstum halten können, bezweifelt Helmenstein stark. Es gebe aber noch die Chance auf einen Einser vor dem Komma, meint er.

Grund für das konjunkturelle Zurückbleiben Österreichs seien unzureichende strukturelle Reformfortschritte, die weiter zur Erosion der Wettbewerbsfähigkeit beitragen würden, kritisiert Neumayer. Auch eine Reihe vertrauensschädigender fiskalpolitischer Maßnahmen, die das Vertrauen unterminiert haben, würden nachwirken und zu einer hartnäckigen In­vestitionszurückhaltung führen, weil die Verlässlichkeit des Standortes angezweifelt werde.