Mit einem Skitragegurt den Löwen gebändigt

Markt / 28.10.2015 • 18:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Thomas Ebster argumentierte eineinhalb Stunden für sein Produkt und überzeugte Investor Jochen Schweizer. Foto: Cornelius Lorünser
Thomas Ebster argumentierte eineinhalb Stunden für sein Produkt und überzeugte Investor Jochen Schweizer. Foto: Cornelius Lorünser

In der „Höhle der
Löwen“ zeigte der
Bludenzer Thomas
Ebster, wie gut seine Ideen sind.

Bludenz. (VN-sca) Der Tag danach. Thomas Ebster (38) zieht schon am frühen Nachmittag eine äußerst positive Bilanz. Von Dienstagabend bis Mittwochmittag verkaufte er 500 Mal den Skitragegurt „Skolder“, eine Erfindung, die er zusammen mit seinem Partner Florian Matt (33) gemacht hat. 50.000 Zugriffe zählte er im gleichen Zeitraum auf seiner Homepage. Und ein Ende ist nicht abzusehen.

Die Höhle der Löwen ist die meistgesehene Start-up-Show im deutschen Sprachraum. In der Show treten Unternehmensgründer mit mehr oder weniger innovativen Geschäftskonzepten bzw. Erfindungen an, die auf der Suche nach Risikokapital für ihre Vorhaben sind. Ihre Idee müssen sie den sogenannten „Löwen“ präsentieren, denen sie Geschäftsanteile in Relation zum vorher ermittelten Unternehmenswert anbieten. Die „Löwen“ sind echte Investoren, die eigenes Geld in die ausgewählten Unternehmen investieren und diese auch   begleiten.

Ebster konnte am Dienstagabend seinen „Wunsch-Löwen“ überzeugen. Jochen Schweizer (58) ist mit Erlebnisgutscheinen bekannt geworden. Er gilt als Pionier unter den Extremsportlern und Wegbereiter des Bungeespringens in Deutschland, wirkte als Stuntman und stellte mehrere Weltrekorde auf. Genau der Richtige also, um das Sportequipment der 2013 gegründeten Bludenzer Firma iFlow nach vorne zu bringen. „Denn von den Banken haben wir kein Geld bekommen“, erzählt der Jungunternehmer über seine Erfahrungen in den vergangenen drei Jahren. Inzwischen seien auch die Banken freundlicher, berichtet er. Mit dem Kapital des Löwen, nämlich 360.000 Euro, soll es möglich werden, auch größere Aufträge anzunehmen und dementsprechend die Produktion hochzufahren, so Ebster, der früher als Skilehrer am Arlberg arbeitete und es schon mit dem Skilehrerinnenkalender zu einer gewissen Popularität brachte.

iFlow produziert neben dem Skitragegurt Skolder hochwertige Funktionswäsche, Softshell- und Daunenjacken. Auch eine LED Stirnlampe mit 500 Meter Reichweite ist im Programm des Unternehmens, das sich im Premiumbereich positionieren möchte. Produziert wird in Deutschland und China, „weil wir im Textilland Vorarlberg trotz intensiver Suche keine Erzeuger für die Funktionswäsche gefunden haben“, so Ebster.