„Wer nicht kooperiert, hat keinen Platz bei uns“

06.11.2015 • 21:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Post-Chef Georg Pölzl im Kreis der Integra-Führungsebene. Foto: M. Stocklasa
Post-Chef Georg Pölzl im Kreis der Integra-Führungsebene. Foto: M. Stocklasa

Post-Chef Georg Pölzl diskutierte mit Integra-Führung über Veränderungsprozesse und Mitarbeiterführung.

Wolfurt. (VN-reh) Georg Pölzl, Generaldirektor der Österreichischen Post AG, hat sich nach 30 Jahren seinen großen Wunsch erfüllt: Er hat ein Buch geschrieben. Denn in seinen beruflichen Anfängen – nach dem Studium in Erdölwesen – hätte er sich genauso so ein Nachschlagwerk gewünscht. Über „Erfolgreiche Unternehmensführung – 111 Konzepte, die Sie kennen sollten“ diskutierte der Top-Manager am Freitag mit der Führungsebene der Integra Vorarlberg. Das soziale Unternehmen, das Menschen unterstützt, am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen, ist mit acht Postpartnerstellen ein wichtiger Partner, und genauso Veränderungsprozessen ausgesetzt wie der Milliardenkonzern Post. „Dass früher alles besser war, ist eine Illusion. Alles verändert sich und jedes Unternehmen muss sich anpassen“, ist der Generaldirektor überzeugt.

Pölzl selbst hat mit der Post einen ordentlichen Veränderungsprozess hinter sich. Er verordnete dem Konzern eine völlig neue Strategie. Er ersetzte Postfilialen durch Postpartner, was zu einem Aufschrei der Gewerkschaften und sogar zu einem Volksbegehren führte, und setzte auf Neuheiten wie Abholstationen und Selbstbedienungs-Foyers. Dieser Prozess war nicht leicht, oft auch mühsam. Die Begeisterung für seine Arbeit ist aber geblieben. Immer mit dem Fokus, die Organisation zu Neuem anzutreiben. Was notwendig ist, denn das Briefgeschäft ist rückläufig, dafür steigt der sehr wettbewerbsintensive Paketbereich.

Kein Bereichsegoismus

Pölzl setzt in seiner Führungsarbeit vor allem auf Kooperationsmanagement. Wer als Mitarbeiter nicht zusammenarbeite und lieber einen Bereichsegoismus an den Tag lege, habe bei der Post keinen Platz, sagt er deutlich. Nicht zu kooperieren sei eine Krankheit und schädlich für ein Unternehmen. Viel hält er von Feedback. Egal ob positiv oder negativ, Hauptsache konstruktiv. „Ein ehrliches Feedback verdient jeder und die Mitarbeiter können daraus lernen.“

Sein Feedback für Integra fiel auf jeden Fall positiv aus. Sehr beeindruckt zeigte sich Pölzl von der täglichen Arbeit, die die Mitarbeiter leisten. Und so war es am Ende gar nicht mehr klar, wer denn jetzt den mühsameren Job hat. „Menschen in praktischer Arbeit auszubilden, ist ein sinnvoller Ansatz um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen“, so der Post-Chef. Im Gegensatz zur Politik, die jeden sinnvollen Ansatz, in der Problematik vermissen lasse. Dabei brauche es dringend Bedingungen, die das Wirtschaften leichter machen.