„Digitale Geldbörse“ wechselt für 200 Millionen Dollar den Besitzer

Markt / 08.11.2015 • 21:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Markus Rinderer hat das Unternehmen Pay.on mitgegründet und ist maßgeblich für den Erfolg verantwortlich. Foto: VN/Paulitsch
Markus Rinderer hat das Unternehmen Pay.on mitgegründet und ist maßgeblich für den Erfolg verantwortlich. Foto: VN/Paulitsch

Das börsennotierte US-Payment-Unternehmen ACI Worldwide übernimmt Pay.On.

München, Schwarzach. (VN) Vor knapp zwei Wochen stand der Vorarlberger Markus Rinderer noch auf der Bühne der Interactive West, der Konferenz für Marketing, Technologie, Innovation und Zukunft, die von Russmedia Digital am Dornbirner Spielboden veranstaltet wurde, heute steht Rinderer in den Schlagzeilen der Branchenblätter. Der Vorarlberger ist CEO und einer der Gründer der Pay.on.AG, dem Marktführer von Global Payment Gateway Lösungen mit dem Hauptsitz in München. In Dornbirn berichtete er über „digitale Geldbörsen“ und darüber, warum die Pay.on-Technologie weltweite Onlinezahlungstransaktionen erleichtert.

Seine Geschäftsidee überzeugt auch das börsennotierte US-Payment-Unternehmen ACI Worldwide. Es übernimmt den Münchner Anbieter von Onlinezahlungs- und Risikomanagement-Technologien Pay.On. Für das im Jahr 2004 gegründete Unternehmen zahlt ACI 200 Millionen US-Dollar in bar und in Aktien.

Die SaaS-Plattformen von Pay.On haben nach den eigenen Angaben des Unternehmens mehr als 300 Payment-Methoden und Banken in 160 Ländern angebunden. Mit dem Produkt „PaySourcing“ erlaubt Pay.On seinen E-Commerce-Kunden, Zahlungs- und Risikomanagementprozesse auszulagern oder via Cloud zu beziehen. Die Firma bringe Weltklassefähigkeiten mit, lobt der Käufer, ACI-CEO Phil Heasley. Die Technologie der Münchner ermögliche es ACI, „mit unserer E-Commerce-Plattform umfassend in neue geografische Regionen zu expandieren“.

Für die 120 Mitarbeiter von Pay.On (rund 100 arbeiten im Münchner Hauptquartier, der Rest in Niederlassungen in Salzburg, Hongkong und New York City), soll sich zunächst nichts ändern. Auch das Management-Team mit CEO Markus Rinderer an der Spitze soll an Bord bleiben.

Die Gründer Christian Bamberger, Markus Rinderer, Nikolaus von Taysen und der 2010 ausgeschiedene Robert Kuzelj hatten Pay.On im Jahr 2008 in einem Management-Buy-Out von der Schweizer Private-Equity-Firma Holdall mehrheitlich übernommen. Seither hielten die Gründer über ihre Investmentfirma Barikuta Partners knapp 54 Prozent der Anteile, Holdall etwas über 42 Prozent. Pay.On habe seither nie Risikokapital aufgenommen, sondern sein Wachstum komplett aus dem Cash-Flow finanziert.

Stichwort

„Software as a Service“, kurz SaaS, ist ein Teilbereich des Cloud Computings. Das SaaS-Modell basiert auf dem Grundsatz, dass die Software und die IT-Infrastruktur bei einem externen IT-Dienstleister betrieben und vom Kunden als Dienstleistung genutzt werden. Für die Nutzung von Onlinediensten wird ein internetfähiger Computer sowie die Internetanbindung an den externen IT-Dienstleister benötigt.