Kapitalertragsteuer

Markt / 08.11.2015 • 18:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Mag. Gerhard Fend
Mag. Gerhard Fend

schwarzach. Im März 2015 hat das Bundesministerium für Finanzen (BMF) eine Information veröffentlicht, dass die Kapitalertragsteuer (KESt) bei verdeckten Gewinnausschüttungen primär dem Empfänger der Kapitalerträge (somit dem Gesellschafter) vorzuschreiben ist. Aufgrund der Neuregelungen durch das Steuerreformgesetz und der Judikatur hat das BMF diese Vorgangsweise Anfang Oktober schon wieder ändern müssen. Demnach wird dem Empfänger der Kapitalerträge (Gesellschafter) die KESt nur ausnahmsweise vorgeschrieben, wenn ein Heranziehen der ausschüttenden Körperschaft nicht oder nur erschwert durchsetzbar wäre. Gemäß BMF sprechen verwaltungsökonomische Gründe (z. B. eine Vielzahl verschiedener Empfänger), das Verschulden der ausschüttenden Körperschaft oder die erschwerte Durchsetzbarkeit beim Empfänger für eine vorrangige Heranziehung der ausschüttenden Körperschaft zur Haftung für die KESt. In den Ausnahmefällen einer Direktvorschreibung an den Empfänger der Kapitalerträge muss dies im Bescheid begründet werden.

Eine verdeckte Gewinnausschüttung unterliegt dem besonderen Steuersatz von 25 Prozent (27,5 Prozent ab 2016). Wird die KESt von der ausschüttenden Körperschaft übernommen, stellt dies einen Vorteil für den Empfänger dar, wodurch sich die Steuerbelastung auf 33,33 Prozent (37,93 Prozent ab 2016) erhöht. Diese Neuregelung ist rückwirkend ab 15. August 2015 anzuwenden.

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