Pensionssystem blieb auch in der Krise stabil

08.11.2015 • 17:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Pensionen sind sicher. Das System hat bislang, so die Zahlen, auch während der Krisenjahre gut funktioniert.  Foto: Popov
Die Pensionen sind sicher. Das System hat bislang, so die Zahlen, auch während der Krisenjahre gut funktioniert. Foto: Popov

Seit es die soziale Pensionsversicherung gibt, wird über die Finanzierbarkeit des Systems diskutiert.

Schwarzach. (VN) Zahlreiche Experten prophezeien in regelmäßigen Abständen den Kollaps der umlagefinanzierten Pensionsversicherung. Bis dato lagen sie Gott sei Dank alle falsch. Auch die Warnrufe bezüglich des unverhältnismäßig stark steigenden Beitrags des Bundes zu den Pensionen haben sich erst jüngst wieder als Fehlberechnung herausgestellt.

Statt des für das Jahr 2014 prognostizierten Anstiegs des Bundeszuschusses zu den ASVG-Pensionen von über acht Prozent wurden es tatsächlich nur 0,4 Prozent. Die systemkritischen Ökonomen, beispielsweise Ulrich Schuh oder Bernd Marin, kommentierten diese Zahlen nicht. Sie wiesen auch nicht darauf hin, dass die kapitalgedeckten Pensionssysteme der USA, Großbritanniens oder auch der Niederlande oder Polens in den Krisenjahren 2008/09 erhebliche Pensionskürzungen in Kauf nehmen mussten bzw. der Staat mit Steuergeldern die Verarmung ganzer Generationen abfedern musste. Dagegen erwiesen sich die umlagefinanzierten Systeme wie das österreichische in den Krisenjahren als deutlich stabiler. Davon profitieren derzeit über 3,7 Millionen österreichische Pensionisten.

Unpräzise

Unpräzise sind auch die Zukunftsbetrachtungen der nominellen Pensionsausgaben über längere Zeiträume, weil sie weder die Inflation noch die ganz entscheidende Entwicklung des Realwachstums der Wirtschaft berücksichtigen. „Die Entwicklung der letzten drei Jahrzehnte belegt bislang, dass das gesetzliche Pensionssystem weder aus dem Ruder läuft noch unfinanzierbar ist“, stellt der Direktor der Arbeiterkammer, Rainer Keckeis, in diesem Zusammenhang fest.

Mindestpensionen

Entgegen der landläufigen Meinung hat Österreich keine Mindestpension, so wie sie beispielsweise die skandinavischen Länder kennen. Bei kurzen Beitragszeiten und geringem Einkommen kann es in Österreich zu einer Pension von nur wenigen Euros monatlich kommen. Um allerdings Altersarmut zu vermeiden, gibt es die Ausgleichszulage. Dies ist eine Aufzahlung auf derzeit monatlich 872 Euro für Alleinstehende.

Allerdings werden auf die Ausgleichszulage sonstige Einkommen aus anderen Quellen wie Mieteinnahmen oder ähnliches angerechnet. Jeder Pensionist ist aber mit seinen Angehörigen unabhängig von seiner Pensionshöhe automatisch von der Krankenversicherung erfasst. Beispiel: Bei einer Pensionshöhe von 35 Euro monatlich beträgt der Beitrag zur Krankenversicherung (5,1 Prozent für Pensionisten) monatlich 1,8 Euro, bei vollem Anspruch auf alle Leistungen der Krankenversicherung.

Fragen zur Pension

Wurde im Jahr 2014 für Personen unter 50 Jahren die Invaliditätspension abgeschafft?

Mit 1. Jänner 2014 wurde für Personen ab Jahrgang 1964 die befristete Invaliditätspension abgeschafft. Ergibt sich in einem Pensionsverfahren, dass Invalidität auf Dauer gegeben ist, wird es auch weiterhin eine Invaliditätspension geben. Bei einer noch möglichen Verbesserung des Gesundheitszustandes liegt nur vorübergehende Invalidität vor, es wird Rehabilitationsgeld gewährt.

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