Steuerliche Vorteile für Chef und Arbeitnehmer

10.11.2015 • 17:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Ruhestand kommt es für viele Menschen auf jeden Cent an. Eine Firmenpension kann da richtig unterstützen.  Symbolfoto: MGL
Im Ruhestand kommt es für viele Menschen auf jeden Cent an. Eine Firmenpension kann da richtig unterstützen.  Symbolfoto: MGL

Arbeitnehmer können bei der Veranlagung Eigenleistungen als Sonderausgabe geltend machen.

Schwarzach. (VN) Bei der Lebensversicherung verpflichtet sich der Arbeitgeber, Prämien zugunsten des Arbeitnehmers bzw. seiner Hinterbliebenen in eine für sie abgeschlossene Lebensversicherung zu bezahlen. Während bei der direkten Leistungszusage eine Wartezeit mit maximal zehn Jahren vereinbart werden kann, beträgt diese bei der Pensionskassenzusage maximal drei Jahre. Wurde die Wartezeit bei der Pensionskassenzusage nicht erreicht, dann sind allfällige Eigenbeträge dem Arbeitnehmer rückzuerstatten. Bei der betrieblichen Kollektivversicherung sowie Lebensversicherung besteht keine Wartezeit. Nach erteilter Zusage hat der Arbeitnehmer unabhängig von der Dauer des Arbeitsverhältnisses Anspruch auf die Versicherungsleistung.

Zusagen widerrufbar

Wurde die vereinbarte Wartezeit erfüllt, kann der Anspruch des Arbeitnehmers auf die Leistung nicht mehr verloren gehen, auch wenn das Arbeitsverhältnis vor dem Anfall der Pension beendet wird. Über einen unverfallbar gewordenen Anspruch kann der Arbeitnehmer innerhalb von sechs Monaten nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses verfügen. Die Verfügungsmöglichkeiten sind abhängig von der jeweiligen Pensionszusage.

Betriebspensionszusagen, die dem Betriebspensionsgesetz unterliegen, können widerrufen, eingeschränkt oder ausgesetzt werden, sofern dies vereinbart wurde und sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens nachhaltig verschlechtert hat, sodass die Aufrechterhaltung der zugesagten Leistung den Weiterbestand des Unternehmens gefährdet. In Betrieben mit Betriebsrat muss drei Monate vor einer Einstellung darüber mit dem Betriebsrat beraten werden.

Keine Lohnnebenkosten

Die Gewährung einer Betriebspension bietet steuerliche Vorteile sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer. So können die Pensionskassenbeiträge als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Es entstehen keine Lohnnebenkosten. Die Pensionskassenbeiträge des Arbeitgebers sind von der Lohnsteuer und der Sozialversicherungspflicht befreit. Der Arbeitnehmer kann bei der jährlichen Arbeitnehmerveranlagung seine Eigenleistungen als Sonderausgabe steuerlich geltend machen, die zu 75 Prozent lohnsteuerfrei sind. Er kann aber auch bis zu 1000 Euro jährlich in ein staatliches Prämienmodell einfließen lassen, wobei er für seine Beiträge auf Antrag eine staatliche Prämie erhält. Die Pensionsleistung aus dem staatlichen Prämienmodell ist zur Gänze steuerfrei.

Wissen: Geringfügigkeit

Darf man in der Pension nur geringfügig dazuverdienen? Da die Pension als Leistung nach der Berufskarriere konzipiert ist, gibt es zahlreiche Zuverdienstbeschränkungen. Bei allen vorzeitigen Alters­pensionen darf nur bis zur Geringfügigkeitsgrenze dazuverdient werden. Stellt man erst bei Erreichung des Regelpensionsalters einen Antrag auf Alterspension oder lässt man sich eine vorzeitige Alterspension bei Erreichung des Regelpensionsalters umwandeln, ist pensionsrechtlich ein unbeschränkter Zuverdienst möglich. Bei der Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension muss die zuvor ausgeübte Tätigkeit beendet werden, damit die Pension grundsätzlich anfällt. Bei Pensionsbezug kann jedoch über der Geringfügigkeitsgrenze dazuverdient werden. Bei Überschreitung gewisser Einkommensgrenzen wird die Pension gekürzt.

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