Neuer XXXLutz statt Bauhaus

Markt / 12.11.2015 • 22:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wo jetzt im Schwefel noch die Bauhaus-Ruine steht, soll ein XXXLutz-Möbelhaus entstehen.  Foto: VN/Steurer
Wo jetzt im Schwefel noch die Bauhaus-Ruine steht, soll ein XXXLutz-Möbelhaus entstehen. Foto: VN/Steurer

Der österreichische Möbelriese XXXLutz hat sich in Dornbirn ein Grundstück gesichert. 

Dornbirn, Wels. Die Enttäuschung beim Eigentümer der ehemaligen Bauhaus-Immobilie im Dornbirner Schwefel war groß, als der Baumarkt-Konzern mit einem lapidaren E-Mail das Aus für den bereits projektierten Baumarkt mitgeteilt hat. Der Ärger währte kurz, denn nun hat die Besitzerfamilie Ulmer einen Käufer für das Grundstück gefunden.

Die XXXLutz-Gruppe, in Vorarlberg mit drei Möbelhäusern vertreten, hat sich diesen attraktiven Standort gesichert: In verkehrsgünstiger Lage, direkt neben dem Euro-Spar, der noch in diesem Monat eröffnet, soll das neue Einrichtungshaus gebaut werden, erklärt Lutz-Sprecher Thomas Saliger (47) auf VN-Anfrage.

Funkstille in Lauterach

Der Möbelhändler sieht den Standort in Dornbirn-Schwefel als Alternative zum derzeitigen Möbelhaus in Lauterach. Für dieses verfolgt XXXLutz seit Jahren ein Erweiterungsprojekt, das aufgrund immer wieder neu auftauchender Hürden bis heute zu keinem Ergebnis geführt hat, klagt der Lutz-Sprecher. Die Gemeinde Lauterach habe sich – für das Unternehmen nicht verständlich – vom gemeinsamen Juryergebnis des von ihr selbst gewünschten Architektenwettbewerbs teilweise verabschiedet, so Saliger. Die Gemeinde verzögere das Projekt, die vereinbarten Vorarbeiten seien nicht gemacht worden. Für Bürgermeister Elmar Rhomberg (51) ein unverständlicher Vorwurf, dem er kontert: „Nicht die Gemeinde hat das verzögert. Wir haben schon seit Monaten nichts mehr von Lutz gehört.“ Er werde aber sofort mit dem Möbelhaus Kontakt aufnehmen, versichert er. Ein Gespräch wäre für die Gemeinde Lauterach durchaus von Nutzen, denn Saliger spekuliert bereits über eine künftige Nutzung des derzeitigen Möbelhauses: „Eine Alternativverwendung des Möbelhauses in Lauterach als Möbellager ist für uns durchaus denkbar.“ Das neue Projekt in Dornbirn-Schwefel ist im Detail noch nicht ausgearbeitet, sagt Saliger. Aus diesem Grund können derzeit noch keine konkreten Realisierungstermine genannt werden. Die Lutz-Gruppe ist in Vorarlberg mit all ihren Häusern vertreten: XXXLutz betreibt derzeit Möbelhäuser in Lauterach, Feldkirch und Bludenz, außerdem zwei Mömax-Märkte in Frastanz und Dornbirn sowie die SB-Schiene Möbelix in Dornbirn. Wenn das neue Möbelhaus im Schwefel realisiert ist, dann ist der Möbelhändler mit allen Vertriebsschienen auf engstem Raum vertreten, nur wenige Meter trennen das jetzt gekaufte Grundstück von Möbelix und Mömax. Das Zentrallager befindet sich in Lauterach.

Neubau auch in Bludenz

Alle sechs Geschäfte im Land entwickeln sich seit Jahren positiv, wozu in diesem Jahr auch der Franken-Boom seinen Tei beigetragen hat. Pläne hat Lutz nicht nur in Dornbirn, auch in Bludenz ist geplant, das veraltete und viel zu kleine Möbelhaus in circa zwei Jahren abzureißen und durch einen zeitgemäßen Neubau zu ersetzen.

Er hoffe, kann sich Saliger eine Spitze gegen das Ikea-Projekt in Lustenau nicht verkneifen, „dass ein österreichisches Möbelhaus ebenfalls so gut behandelt wird wie ein schwedischer Händler“. Lutz hat sich im Frühjahr für dasselbe Grundstück interessiert wie der Mitbewerber (die VN berichteten).

Lutz in Zahlen

» Mitarbeiter: 19.000 insgesamt, 450 Vorarlberg (1900 Lehrlinge)

» Möbelhäuser: 220 insgesamt (mit Mömax und Möbelix),  6 in Vorarlberg

» Gruppenumsatz: 3,3 Mrd. Euro

» Größter konventioneller Möbelhändler im deutschsprachigen Raum, unter den Top 3 weltweit