Freie Bauplätze in 46 Gemeinden gesucht

13.11.2015 • 21:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Vogewosi steigert Neubautätigkeit, 121 Wohnungen übergeben. Sonderwohnungsprogramm für Flüchtlinge.

Dornbirn. (VN-reh) Über 45.000 Menschen leben aktuell in einer der Wohnungen der Vogewosi in Vorarlberg. Und die Zahl steigt von Jahr zu Jahr, denn der Bedarf an gemeinnützigen Wohnungen ist noch lange nicht gedeckt. Im Jahr 2014 wurden 121 Wohnungen übergeben, deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Dafür wurden rund 22 Millionen Euro investiert. Der Fokus lag dabei vor allem am Arlberg und im Klostertal. Wohnungen in Warth, Innerbraz, Klösterle und Dalaas wurden fertiggestellt. Das entspricht den Bemühungen der Vogewosi, über kurz oder lang in allen der 96 Gemeinden Vorarlbergs vertreten zu sein. Bislang gibt es in 50 Gemeinden Vogewosi-Wohnungen. „Wenn eine Gemeinde ein baureifes Grundstück zur Verfügung stellt, versprechen wir innerhalb von zwei Jahren eine Wohnanlage zu errichten“, appelliert Wolfgang Rümmele, Vogewosi-Aufsichtsratsvorsitzender und ehemaliger Dornbirner Bürgermeister, an die Bürgermeister, ein gemeinnütziges Wohnungsangebot zu schaffen.

2014 war ein sehr erfolgreiches Jahr für die Vogewosi. Zwar wurde beim Bilanzgewinn ein kleines Minus von 3,5 Prozent auf 4,19 Millionen Euro erzielt. Aber mit einer Steigerung des Eigenkapitals auf 178,7 Mill. Euro erreicht man nun eine Eigenmittelquote von 31,1 Prozent. „Damit sind wir sehr solide aufgestellt und weitestgehend unabhängig vom Kapitalmarkt“, betont Vogewosi-Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz.

234 Wohnungen im Bau

Das budgetierte Bauvolumen für heuer liegt bei über 20 Millionen Euro für 28 Wohnanlagen. 76 Wohnungen davon wurden bereits fertiggestellt und an die Bewohner übergeben. 234 Wohnungen befinden sich derzeit im Bau, 256 in konkreter Bauvorbereitung. Insgesamt hat die Vorarlberger gemeinnützige Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft 16.126 Wohnungen in der Verwaltung. Einen strukturellen Leerstand bei den Wohnungen gebe es nicht, sagt Lorenz. Wenn, dann nur temporär im Zuge eines Mieterwechsels.

Bewerber nicht vergessen

Auch zum Sonderwohnungsprogramm des Landes, um Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen, gibt es bereits Überlegungen. Von Container­lösungen halte man nichts, sagt Rümmele. Man denke an Holz-Modulbauweise, damit die Qualitätskriterien der Vogewosi eingehalten werden. Allerdings dürfe man keinesfalls die ohnehin schon langen Bewerberlisten vergessen. „Unsere Idee ist, zwei Drittel der Neubauwohnungen an Bewerber zu vergeben, ein Drittel an Menschen mit Asylstatus“, so Rümmele. Allerdings brauche man auch hier die Bereitschaft der Gemeinden, Grundstücke zur Verfügung zu stellen. In guten Gesprächen sei man derzeit mit der Diözese.

Ein zweites Projekt ist das Modell „sicheres Vermieten“. Dabei soll leerstehender Wohnraum von privaten Eigentümern wohnungssuchenden Menschen zu leistbaren Bedingungen zur Verfügung gestellt werden. Die Vogewosi übernimmt die gesamte Verwaltung, das Land die Ausfallshaftung. Das Pilotprojekt mit 50 Wohnungen in Dornbirn soll Anfang 2016 starten.

Vogewosi 2014

» Bilanzsumme: 699,6 Mill. (+0,8 %)
» Eigenkapital: 178,7 Mill. (+4,8 %)
» Umsatz: 71,6 Mill. (+1,7 %)
» Bilanzgewinn: 4,19 Mill. (-3,5 %)
» Bestand unbebaute Grundstücke: 197.300 m²
» Mietwohnungen: 13.500
» Eigentumswohnungen (nur Verwaltung): 2626
» Mitarbeiter: 92