Mit acht Farben nach Deutschland

Mit neuer Acht-Farben-Druckmaschine will die Buchdruckerei verstärkt den deutschen Markt bearbeiten.
Lustenau. (VN) Die Buchdruckerei Lustenau (BuLU) investiert rund drei Millionen Euro in die Erneuerung des Maschinenparks. Wie Geschäftsführerin Christine Schwarz-Fuchs erklärt, nehme die BuLu bis Ende April eine neue 8-Farben-Druckmaschine mit Lackwerk und Wendevorrichtung in Betrieb. Sie diene als Ersatz für eine ältere 5-Farben-Druckmaschine, die nach China verkauft werden konnte. Mit der neuen Druckmaschine sei man hinsichtlich Qualität und Technologie auf dem neuesten Stand, so die Firmenchefin. Zudem verschaffe die Anlage bei bestimmten Aufträgen einen Zeitgewinn, und es sei mehr Output mit im Verhältnis weniger Personal möglich. Auch der ökologische Aspekt komme nicht zu kurz. Denn die neue Druckmaschine verfüge über eine „Green Printing“-Ausstattung, wodurch sie weniger Energie und Papier verbrauche. Mit ihrer Abwärme können außerdem einige Räume in der Druckerei beheizt werden.
Deutschland im Fokus
„Mit der 8-Farben-Druckmaschine haben wir die Möglichkeit, Kunden auf dem sehr preissensiblen deutschen Markt zu betreuen“, so Schwarz-Fuchs. Beim deutschen Nachbarn will sich die Druckerei ein weiteres Standbein neben dem Inlandsmarkt und dem Schweizer und Liechtensteiner Markt aufbauen. Denn der mit Abstand wichtigste Markt, die Schweiz, habe durch die Freigabe des Frankenkurses im Jänner 2015 aus Sicht der Buchdruckerei Lustenau massiv gelitten. In den ersten Monaten danach hätten Schweizer Kunden in großem Umfang Aufträge storniert oder verschoben. Allerdings habe die BuLu vermehrt kleinere Aufträge von den Eidgenossen erhalten, sagt die Geschäftsführerin.
Die vermehrten kleineren Aufträge haben zwar dazu geführt, dass die Druckerei im Vorjahr mit 15 Millionen Euro Umsatz ein Plus von vier Prozent erzielt habe. Allerdings habe man unter dem Strich weniger produziert. Angesprochen auf die Ertragssituation sagte Schwarz-Fuchs, dass das operative Geschäft im Vorjahr positiv gelaufen sei. „Wir haben einen positiven Cashflow.“ Aber bedingt durch Auswirkungen des Frankenkurses und hohe Abschreibungen u. a. für das im Jahr 2000 bezogene Gebäude (mehr als eine Million Euro pro Jahr) sei das Ergebnis auch 2015 negativ ausgefallen. Bereits im Geschäftsjahr 2014 war das EGT negativ, im Jahr davor leicht positiv. Nichtsdestotrotz sei das erste Quartal 2016 besser als das Vergleichsquartal 2015 gelaufen. „Unsere Auslastung ist höher, wir haben den Umsatz gesteigert.“ Ziel sei es, den Umsatz des Vorjahres zu halten und die Ertragssituation wieder zu verbessern.
BuLu-Fakten
» Gesellschafter: VBG Holding AG (BuLu, Offsetdruckerei Schwarzach)
» Umsatz 2015: 14,7 Mill. Euro (+4 Prozent)
» Mitarbeiter: 98, 9 Lehrlinge
» Export: 57 %