Wer im Sommer gut ist, profitiert

Markt / 06.07.2016 • 22:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Trafen sich in Brand: Markus Comploj, Manuel Bitschnau, Thomas Kinz, Kerstin Biedermann-Smith und Hannes Jochum.
Trafen sich in Brand: Markus Comploj, Manuel Bitschnau, Thomas Kinz, Kerstin Biedermann-Smith und Hannes Jochum.

Der Ganzjahrestourismus gewinnt für Bergbahnen eine immer größere Bedeutung.

Brand. (VN-reh) Der Sommer ist da und mit ihm hoffen auch die Vorarlberger Seilbahnen wieder auf gute Geschäfte. Denn längst spielt sich nicht mehr alles nur während der Wintersaison ab. In den Sommer am Berg wurde in den vergangenen Jahren viel investiert. Und das aus gutem Grund, wie Pfänderbahn-Geschäftsführer Thomas Kinz als Bundessprecher der „Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen (BÖSB), erklärt: „Unsere 58 Mitglieder erschließen längst nicht mehr nur Wander- und Erholungsgebiete, sondern bieten auch abseits der Seilbahnen ein breites Freizeitangebot“, erklärt er anlässlich der Strategietagung in Brand. Das wirke sich direkt auf die Nächtigungs- und Gästezahlen sowie die gesteigerten Frequenzen aus. Die BÖSB-Mitglieder, neun davon aus Vorarlberg, erzielten im Schnitt der letzten zehn Jahre zweistellige Zuwachsraten.

Markus Comploj, Geschäftsführer der Bergbahnen Brandnertal, ist ebenfalls Mitglied der Vereinigung. Für ihn sind für einen erfolgreichen Sommertourismus aber nicht nur die Bergbahnen selbst, sondern die gesamte Region maßgeblich. Eine abgestimmte Kooperation von Seilbahnunternehmen, Tourismus, Gemeinden und Partnern am Berg zahle sich letztlich aus, ist Comploj überzeugt. So ziehe beispielsweise der Bikepark Brandnertal enorm viele Sportbegeisterte an.

Zahlen als Bestätigung

Dass sich ein entsprechendes Angebot auch in den Zahlen niederschlägt, bestätigt Kerstin Biedermann-Smith, Geschäftsführerin von Alpenregion Bludenz Tourismus. Denn das Brandnertal verzeichnete im vergangenen Sommer um 15 Prozent mehr Gästeankünfte als im Vorjahr. Und auch die gesamte Alpenregion Bludenz könne sich über steigende Zahlen freuen. Hier gab es 2015 ein Plus von knapp sechs Prozent auf insgesamt 408.501 Übernachtungen. Der Ausbau in den Sommer soll deshalb weitergehen. Insgesamt strebe man ein ähnlich hohes Investitionsvolumen wie im Winter an, sagt Biedermann-Smith.

Fokus auch auf Indoor

Der Ganzjahrestourismus gewinnt also für die Seilbahnbetriebe immer mehr an Bedeutung. Hannes Jochum, Geschäftsführer von Illwerke Tourismus, ist aber davon überzeugt, dass jene Sommerbergbahnen profitieren, die zusätzliche Freizeitangebote schaffen. Dabei sei auch die Gastronomie ein wichtiger Baustein für den Bergtourismus. Weil aber der Sommer in Vorarlberg leider nicht nur schönes Wetter zu bieten hat, stehen auch Indoor-Aktivitäten verstärkt im Fokus. Also Einkaufszentren genauso wie Schwimmbäder oder Kinos. Dieses Potenzial sollte, so Manuel Bitschnau, Geschäftsführer von Montafon Tourismus, künftig noch stärker ausgebaut werden.