Der Alles-wird-gut-Gipfel: G20-Länder optimistisch

24.07.2016 • 16:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gute Laune überall: Hostessen beim G20-Gipfel posieren im Rahmen eines Fototermins. Foto: reuters
Gute Laune überall: Hostessen beim G20-Gipfel posieren im Rahmen eines Fototermins. Foto: reuters

Führende Industrie- und Schwellenländer verbreiten trotz Brexit-Votum Zuversicht.

Chengdu. „Das kriegen die hin“: Das ist nach dem Brexit-Votum der Tenor beim Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der Topwirtschaftsmächte. Auch sonst vermieden die G20-Länder jeden Hauch von Aktionismus und Hektik – obwohl die Risiken nicht abnehmen. Von dem Alarmismus der vorangegangenen G20-Ministerrunden vor einem Monat war in Chengdu nichts mehr zu spüren. Die Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer jedenfalls sieht sich gut gewappnet, um negative wirtschaftliche Folgen des britischen Referendums zu bewältigen. In ihrer Abschlusserklärung räumen die G20-Minister zwar ein, dass der Ausgang der Abstimmung zu den Unsicherheiten in der globalen Wirtschaft beigetragen habe. Man hoffe aber, dass Großbritannien ein enger Partner der EU bleibe.

Auch G20-Gastgeber China konnte zufrieden sein. Von Schelte für seine Überkapazitäten und sein Dumping von Stahl auf dem Weltmarkt sahen die G20 ab. Es sei eben ein globales Problem, das eine kollektive Antwort erfordert. Alle sollen sich wohlfühlen.

Keine Konjunkturstützen

Zwar lässt die Erholung der Weltwirtschaft zu wünschen übrig, aber von zusätzlichen Konjunkturstützen auf Pump war in der G20-Runde keine Rede. Auch sonst hielten sich die warnenden Stimmen in Chengdu in Grenzen, trotz der vielen Konjunkturrisiken wie den Terroranschläge, dem Ausnahmezustand im G20-Land Türkei, den schwächelnden Banken in Europa, den Flüchtlingsströmen oder der Konjunkturschwäche in einst boomenden Schwellenländern. Die G20 haben wohlwollend registriert, dass die weltweiten Finanzmärkte aktuell relativ stabil sind. Sie betonten in ihrer Erklärung, alle verfügbaren Instrumente einzusetzen, um starkes, nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum zu erzielen. Konkrete und gemeinsame Maßnahmen kündigten sie nicht an. Man werde Staatsausgaben und Reformen nutzen, hieß es lediglich.