Ärger in den Ferien: So nimmt die Reise doch ein gutes Ende

29.07.2016 • 20:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Probleme mit dem Flug vergällen vielen Urlaubern die schönsten Wochen des Jahres.  Foto: DPA
Probleme mit dem Flug vergällen vielen Urlaubern die schönsten Wochen des Jahres. Foto: DPA

Die Urlaubssaison 2016 hat es in sich: Terroralarm, Unruhen, Internet-Pleiten und malade Fluglinien.

Schwarzach. (VN-sca) Die Insolvenz des deutschen Internet-Unternehmens Unister war heuer nur noch das Tüpfelchen auf dem i. Denn wie sich bald auch für Nichtinformierte herausstellte, verbergen sich hinter dem nichtssagenden Namen eine Reihe von Reiseportalen, die auch Vorarlberger Urlauber nutzten, wie „Ab-in-den-Urlaub.de“ und „flüge.de“. Die Reisen sind nur teilweise versichert. Regressansprüche werden – wenn überhaupt – erst nach einem langwierigen Insolvenzverfahren erfüllt.

Wer seine Reise in die Türkei stornieren wollte, konnte dies nach dem Putschversuch nur in einem ganz engen Zeitfenster tun, ohne selbst auf den Kosten sitzen zu bleiben. Dennoch: „Die Beschwerden und Anfragen bei uns halten sich eigentlich in Grenzen“, sagt Konsumentenschützerin Karin Hinteregger. Sie vermutet, dass die Konsumenten bei Buchungen bereits jetzt genauer hinschauen oder aber Informationen zu ihren Rechten und Pflichten auf der neu freigeschalteten Seite „(Alb)traum Urlaub“ der Arbeiterkammer Vorarlberg abrufen. 

Eine Analyse der Arbeiterkammer zeigt, dass Stornos wegen Terroranschlägen und Ärger mit Online-Buchungen und Online-Buchungsplattformen heuer bislang die drei größten Aufreger waren, ein Drittel der Beschwerden waren Flugprobleme, knapp zwölf Prozent der Ratsuchenden wollten Informationen über eine Stornierung wegen Terror und politischer Unruhen. Auf Rang drei folgten Beschwerden wegen Online-Buchungen.

In Vorarlberg kommt dazu der Ärger über gleich zwei Groundings von Fluglinien. Sowohl die Intersky-Pleite als auch jene der Nachfolge-Linie VLM hinterließen zahlreiche Vorarlberger Kunden, die nun um ihre Rechte kämpfen müssen. Die Aussichten auf eine Refundierung der Ticketkosten sind gering, was den Reisebüros im Land aufstößt. Der Sprecher der Reisebüros, Klaus Herburger, hat deshalb auf Bundesebene interveniert und fordert, dass Fluglinien genauso wie die Veranstalter von Pauschalreisen die Kundengelder absichern müssen. Das ist nämlich bisher nicht der Fall. „Das kostet den Konsumenten vielleicht einige Euros mehr, dafür bekommt er sein Geld zurück.“

Von den Reisebüros bekommt er es nämlich nicht, wenn er nur den Flug gebucht hat. Denn diese sind in diesem Fall nur Vermittler. Herburger kam seinen Kunden dennoch entgegen: Er zahlte ihnen die Hälfte des Flugpreises aus eigener Tasche zurück. Verständlich sei es aber dennoch nicht, dass es keine Sicherung für Flüge gebe, sagt er. Bei Pauschalreisen, das sind alle Reisen, die entweder vom Reisebüro oder von einem Reiseveranstalter als Paket – also Übernachtungen, Flug und allfällige Leistungen vor Ort – organisiert werden, gilt die Reisebüroversicherungsverordnung (RSV). Und er weist natürlich auf die Vorzüge von ansässigen Reisebüros hin. „Bei uns haben die Kunden einen Ansprechpartner, bei Buchungen im Netz wird das schwieriger.“ Wie schwierig, werden die Kunden von „Ab-in-den-Urlaub“ herausfinden müssen, unterstützt werden sie dabei von den Experten im Konsumentenschutz.

Tipps bei Urlaubsreklamationen

» Ansprüche einfordern: Machen Sie nach der Rückkehr Ihre Ansprüche geltend, am besten mit eingeschriebenem Brief. Ansprechpartner bei Pauschalreisen ist der Reiseveranstalter. Bei Ansprüchen nach der Fluggastrechte-Verordnung müssen Sie sich an die Fluglinie wenden, die den Flug hätte durchführen sollen.

» Nicht abwimmeln lassen: Lassen Sie sich bei Ihren berechtigten Beschwerden nicht mit Gutscheinen abspeisen. Eine Preisminderung ist vom Reiseveranstalter in bar zu leisten. Auch Ausgleichsleistungen nach der Fluggastrechte-Verordnung müssen ausbezahlt werden, außer Sie erklären sich mit einem Gutschein schriftlich einverstanden.

» Was gibt’s zurück? Orientierung zur Höhe der Preisminderung bietet die Frankfurter Tabelle.

Mehr Infos: vbg.arbeiterkammer.at/beratung/Konsumentenschutz