Den Brexit-Schock gut überstanden

Markt / 29.07.2016 • 21:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ines Frei
Ines Frei

schwarzach. Großbritannien hat sich für das Ausscheiden aus der Europäischen Union entschieden. Das bedeutet vor allem eines: Unsicherheit. Wie sich dieser bevorstehende Schritt auf die Stimmung und das Verhalten der Unternehmen, der Bevölkerung, der Finanzmarktteilnehmer und der politischen Parteien auswirken wird, ist schwer abzuschätzen. Paradoxerweise sind die Kurse der risikobehafteten Wertpapierklassen wie Aktien, Unternehmensanleihen und Anleihen der Schwellenländer nach dem Brexit-Votum gestiegen. Gleichzeitig sind die Renditen von kreditsicheren Anleihen und die Kurse der Bankaktien in Europa kräftig gefallen, während der Goldkurs zulegte. Wie passt das zusammen?

Die Weltwirtschaft wächst schwächer als in der Vergangenheit. Von allen Seiten weht ein kräftiger Gegenwind. Unter diesen Umständen ist das Wachstum bemerkenswert stabil. Die meisten Prognosen gehen von einer markanten Abschwächung im Vereinigten Königreich aus. Auch die Eurozone wird um einige Zehntelprozentpunkte weniger wachsen. Für das globale Wachstum werden keine signifikanten negativen Auswirkungen geschätzt.

Die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems ist angesichts der zahlreichen negativen Ereignisse bemerkenswert hoch. Auch diesmal hat die Finanzwelt den Brexit-Schock gut überstanden. Im Königreich hat die Notenbank eine Leitzinssenkung für August signalisiert.

In den USA ist nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 30 % eine Zinserhöhung bis Dezember eingepreist. Gleichzeitig deuten die Wirtschaftsdaten in den USA auf ein gutes Wachstum bei 2 % hin. Gutes Wachstum und expansive Geldpolitik stellen kurzfristig eine gute Kombination für risikobehaftete Wertpapierklassen dar. Der italienische Bankensektor bleibt nach der Brexit-Abstimmung ein Risikofaktor.

ines.frei@dornbirn.sparkasse.at
Veranlagungsspezialistin
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