BTV mit weniger Gewinn und mehr Eigenkapital

Markt / 22.08.2016 • 22:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die BTV legt Wert auf Filialen mit Persönlichkeit: Die neue Niederlassung in Bludenz. Foto: Bereuter
Die BTV legt Wert auf Filialen mit Persönlichkeit: Die neue Niederlassung in Bludenz. Foto: Bereuter

Neuer BTV-Chef präsentiert sein erstes Halbjahresergebnis und ist trotz Minus zufrieden.

Innsbruck. (VN-sca) Der Vorarlberger Gerhard Burtscher, seit 1. Jänner 2016 Vorstandsvorsitzender der Bank für Tirol und Vorarlberg, hat schon im April bei der Präsentation des überdurchschnittlich guten Geschäftsergebnisses 2015 die Erwartungen für 2016 relativiert: „Der Konzernjahresüberschuss erhöhte sich um 79,8 Prozent auf 138,7 Mill. Euro. Eine starke Wirkung hatte dabei der Wertpapier-Verkauf. Rein aus dem Kundengeschäft lässt sich ein solches Topergebnis nicht erzielen.“ Und genauso ist es eingetroffen. Im Zinsergebnis ist es zu Rückgängen gekommen, die aus dem im Vorjahr neu strukturierten Wertpapiereigenstand resultieren. Ein deutlicher Ergebnisrückgang wird daher auch in der Jahresbilanz 2016 zu verzeichnen sein. Konkret ging der Gewinn um 28,4 Prozent auf heuer 46,9 Mill. Euro zurück.

„Kurs ist richtig“

Das Halbjahresergebnis 2016 zeige aber, dass die Bank mit ihrer Geschäftsphilosophie „Investieren statt spekulieren“ auf dem richtigen Kurs sei. „Nie zuvor war das Vertrauen der Kunden in die BTV höher, womit sowohl die Kundeneinlagen, die betreuten Kundengelder als auch die Kredite an Kunden auf dem höchsten Stand in der 112-jährigen Geschichte der BTV liegen“, betont Burtscher bei der Bekanntgabe der Zahlen.

Das Wachstum in der Bilanz zum 30. Juli 2016 freut den Nachfolger von Peter Gaugg, der mit Ende vergangenen Jahres als Vorstandvorsitzender der BTV zurücktrat und inzwischen bei der BTV-Gesellschaft „Silvretta Montafon“ Geschäftsführer ist, angesichts des turbulenten Branchenumfelds besonders: „Der aktuelle EBA-Bankenstresstest zeigt: Die wichtigste Kennzahl einer Bank ist die harte Kernkapitalquote, und diese wuchs bei uns im Vergleich zum 30. Juni 2015 von 12,97 auf 14,22 Prozent. Die Kunden suchen verstärkt nach sicheren Bankpartnern, mit welchen sie sich identifizieren können.“

Gesundes Kreditwachstum

Die Eigenkapitalausstattung der Bank für Tirol und Vorarlberg kletterte im ersten Halbjahr um weitere 47 Millionen Euro auf 1,2 Mrd. Euro. Zudem ermögliche, so Burtscher, die harte Kernkapitalquote ein gesundes Kreditwachstum. Dies zeigt sich in der gestern veröffentlichten Halbjahresbilanz: Die Kundenkredite legten seit Jahresende 2015 um 206 Mill. Euro auf 6,76 Mrd. Euro zu. Die Kundeneinlagen der BTV wuchsen im gleichen Zeitraum um 89 Mill. Euro auf 7,11 Mrd Euro, die betreuten Kundengelder um 114 Mill. Euro auf mittlerweile 12,85 Mrd. Euro.

Investieren statt spekulieren ist unsere Geschäftsphilosophie.

Gerhard Burtscher

BTV 1. Halbjahr 2016 Kennzahlen

30. 6. 2016 31. 12. 2015 Veränderung

Bilanzsumme 9,67 Mrd. Euro 9,43 Mrd. Euro +2,6 %

Finanzierungen an Kunden 6,76 Mrd. Euro 6,56 Mrd. Euro +3,1 %

Primärmittel 7,11 Mrd. Euro 7,02 Mrd. Euro +1,3 %

Betreute Kundengelder 12,85 Mrd. Euro 12,73 Mrd. Euro +0,9 %

Eigenkapital 1,20 Mrd. Euro 1,15 Mrd. Euro +4,1 %

30. 6. 2016 30. 6. 2015* Veränderung

Zinsüberschuss 68,2 Mill. Euro 87,4 Mill. Euro –22,0 %

Konzernüberschuss nach Steuern 46,9 Mill. Euro 65,5 Mill. Euro –28,4 %

Harte Kernkapitalquote 14,22 % 12,97 % +1,25 %

* 30.06.2015 angepasst an den geänderten Konsolidierungskreis.