Donald Trump, Hillary Clinton und die Börsen

Markt / 14.10.2016 • 18:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Patrick Schuchter
Patrick Schuchter

schwarzach. Wenn sich kommende Woche in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Hillary Clinton und Donald Trump das letzte Mal live im TV gegenüberstehen und versuchen, letzte Wähler auf ihre Seite zu ziehen, dürften auch viele Börsianer gespannt hinschauen. Die Märkte bewegen sich bereits seit Wochen im Sog der Umfragewerte der Kandidaten, wobei Anleger – zumindest kurzfristig – vor allem Hillary Clinton die Daumen drücken müssen.

In den letzten Monaten waren eindeutige Muster an den Märkten zu erkennen: Immer wenn die Umfragewerte von Donald Trump anzogen, gab der amerikanische Aktienmarkt nach. Deuteten die Umfragen hingegen auf einen Sieg von Hillary Clinton hin, konnte der Aktienmarkt zulegen. Laut verschiedenen aktuellen Umfragen führt Hillary Clinton deutlich vor Trump, welcher mit seinen Skandalen in den letzten Tagen wohl sämtliche Siegchancen verspielt haben dürfte. Zwar eröffnet das eigenwillige US-Wahlrecht Trump nichtsdestotrotz noch Erfolgsaussichten – gleichzeitig sollten ihn aber Tatsachen wie ein Umfragegleichstand in der Republikaner-Hochburg Utah nachdenklich stimmen. Bei einem Wahlsieg von Hillary Clinton können Anleger mit einer leichten Rally am Aktienmarkt rechnen, allerdings nicht in allen Bereichen: Der US-Pharmasektor gab seit dem Umfragetief Clintons Ende Juli um über zehn Prozent nach, da Clinton als Gegnerin der hohen Medikamentenpreise in den USA gilt und diesen den Kampf ansagen will. Bedeutet: Unter einer Clinton-Präsidentschaft dürften steigende Kurse bei Pharma- und Biotechwerten vorläufig der Vergangenheit angehören.

Dow Jones und die Kandidaten

Trotz der Sorgen im Pharmasektor sollten Anleger Hillary Clinton als US-Präsidentin favorisieren: Seit 1900 stieg der Dow Jones Index im Durchschnitt fast neun Prozent pro Jahr, wenn ein demokratischer Kandidat das Oval Office innehatte, während der Amtszeit eines republikanischen Kandidaten lag das Plus bei nicht einmal sechs Prozent pro Jahr. Viele hätten sicherlich auch nichts dagegen, wenn Hillary in Sachen Aktienmärkte ihrem Ehemann Bill nacheifert: In dessen Amtszeit konnte sich der breite US-Aktienmarkt mehr als verdreifachen!

patrick.schuchter@vvb.at, Patrick Schuchter,
Vermögensverwaltung Volksbank Vorarlberg