RSB schalt sich mit Innovationen nach oben

Markt / 05.02.2017 • 19:08 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Dominik Thaler, Stefan Durig und Werner Deuring (v. l.). Fotos: RSB
Dominik Thaler, Stefan Durig und Werner Deuring (v. l.). Fotos: RSB

Schwarze Zahlen und größter Auftrag in der Geschichte des Unternehmens.

FUSSACH. (VN-sca) Die Rundstahlbau, 1978 gegründet, war ihrer Zeit voraus. Das Know-how war weltweit gefragt, die Technologie vielfach mit Preisen ausgezeichnet, und 2013 erregte sie nochmals Aufsehen, nämlich mit einem rund vier Millionen Euro schweren Konkurs. Wenn nicht der Bregenzer Unternehmer und Investor Werner Deuring vom Produkt und der Technologie überzeugt gewesen wäre, gäbe es den Technologievorreiter heute nicht mehr. Deuring: „Ich musste viel Lehrgeld bezahlen, da ich mich in diesem Metier nicht ausgekannt habe.“

Ausgekannt hat sich Deuring aber mit zwei Dingen: Erstens, wie man die richtigen Schrauben dreht, um eine Firma zu restrukturieren, und zweitens, die richtigen Leute an die richtige Stelle zu setzen.

Das Unternehmen wurde 2013 völlig neu gegründet, damit es auch rechtlich nichts mehr mit dem Vorgänger zu tun hat. Auch das Management wurde ausgewechselt, die Mitarbeiter wurden allerdings fast alle übernommen. „Es war mir wichtig, die Arbeitsplätze zu retten“, so Deuring. Heute arbeiten insgesamt 45 Personen bei RSB in Fußach und auf den Baustellen in aller Welt.

Auf dem Weg nach oben

Heute ist die Rundstahlbau als RSB Formwork Technology wieder auf dem Weg nach oben. Gerade konnte Geschäftsführer Stefan Durig den bislang größten Auftrag in der Geschichte des Unternehmens feiern. Gegen stärkste Konkurrenz gewannen die Fußacher den Auftrag zum Bau von sechs Faultürmen mit einem Fassungsvolumen von 12.500 Kubikmeter pro Behälter und einem Schlammbehälter für die Hauptkläranlage Wien mit einem Auftragsvolumen von zwei Millionen Euro. Das Vertrauen ehemaliger Geschäftspartner musste in den vergangenen vier Jahren wieder mühsam zurückgewonnen werden. Bis es so weit war, hatte auch Durig „etliche schlaflose Nächte“. Seit zwei Jahren schreibt die neue RSB schwarze Zahlen. Als letzter Schritt der Wiedergeburt wurden Logo und Firmenfarbe (von grün zu orange) ausgewechselt.

Durig, der 2013 den Job antrat, setzt auf Innovation: „Wir haben stark auf
neue Entwicklungen gesetzt und Forschungsprojekte mit dem renommierten Frauenhofer-Institut und
der österreichischen Forschungs-Förderungsgesellschaft durchgeführt“, so Durig. Die neuen Produkte, z. B. ein Energiespeicher, wurden vom Markt gut aufgenommen, weil sie bei höherer Qualität einen klaren Kostenvorteil für die Kunden bringen, worüber sich Eigentümer Deuring freut.

Leuchttürme im Nahen Osten

Neben dem Großauftrag in Wien hat der Anbieter von „durchankerfreien Schalungssystemen für rotationssymmetrische Bauwerke aus Stahlbeton“ auch die Bauherren des Brennerbasistunnels mit extra entwickelten Schalwagen überzeugt. Im Nahen Osten entstehen riesige Wasser- und Faultürme mit der Technik aus Fußach, die dort nicht nur dem Zweck dienen, sondern im wahrsten Sinne auch prestigeträchtige Leuchttürme sind. Die Herausforderung bei einem derzeit im Entstehen befindlichen 87 Meter hohen Turm in Arar, Saudi-Arabien, ist die außergewöhnliche, doppelt gekrümmte Fläche des Bauwerks, die der Mitbewerb so nicht errichten kann.

Die Auftragslage ist für heuer sehr gut, berichtet Durig, der deshalb dringend Mitarbeiter sucht, um die Expansion weiter vorantreiben zu können. „Wir brauchen dringend Fachleute im Engineering genauso wie auf den Baustellen weltweit“, so der Geschäftsführer von RSB, der im Wettstreit um die lukrativen Aufträge mit weitaus größeren Unternehmen rittert und immer öfter gewinnt.

Der Wasserturm im saudi-arabischen Arar beherbergt an seiner Spitze auch ein Panoramarestaurant und fasst 1,5 Millionen Liter Trinkwasser.
Der Wasserturm im saudi-arabischen Arar beherbergt an seiner Spitze auch ein Panoramarestaurant und fasst 1,5 Millionen Liter Trinkwasser.

RSB Formwork Technology

» Gegründet: 1978 als Rundstahlbau, Neugründung 2013

» Eigentümer: WD Beteiligungs GmbH (100 %), Werner Deuring

» Geschäftsführung: Stefan Durig, Werner Deuring

» Mitarbeiter: 45

» Export: 90 Prozent

» Vertretungen in den USA, Türkei, Russland, Dänemark, Schweden, Japan, Australien und im Mittleren Osten

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