Start-up bleibt auf der Überholspur

Markt / 20.02.2017 • 19:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Tradico-CEO Manuel Hehle will Geschäft auf Benelux ausdehnen. Foto: Firma
Tradico-CEO Manuel Hehle will Geschäft auf Benelux ausdehnen. Foto: Firma

Weitere Finanzierungsrunde für Fintech-Start-up des Eichenbergers Manuel Hehle.

München, Lustenau. (VN) Seine Liebe zu Zahlen und Finanzen haben den jungen Leiblachtaler Manuel Hehle, Spross einer bekannten Gastronomenfamilie, weit gebracht und sorgen buchstäblich für ständige Bewegung in seinem Leben, denn er pendelt zwischen den  Firmensitzen Ruggell, München und Lustenau. Das von ihm und seinem Partner Mario Springer im Jahr 2014 gegründete Fintech Tradico boomt und zieht potente Investoren an.

Schnell und unkompliziert

Das Start-up hat sich auf branchenübergreifende Finanzierungslösungen für Unternehmen per Finetrading spezialisiert. Mittelständler, die eine bankenunabhängige Waren- oder Absatzfinanzierung suchen, erhalten von Tradico Working Kapital, ohne dafür bankübliche Sicherheiten hinterlegen zu müssen. Und das schnell und unkompliziert.

Die Kreditwerber füllen auf der Tradico-Website ein kurzes Formular aus, dann trifft Tradico, oder besser gesagt die Finetrading-Software, die Entscheidung über die Einräumung eines Einkaufslimits. Über Limits bis zu 20.000 Euro entscheidet das Unternehmen von Hehle innert 30 Sekunden, bei größeren Beträgen von bis zu 1,5 Millionen Euro dauert diese Prüfung etwa 48 Stunden. Banker Hehle und Software-Fachmann Springer haben dafür einen Algorithmus entwickelt, welcher die Entscheidung über die Kreditvergabe ergibt. Der Umsatz der Tradico AG stieg im Jahr 2016 auf 22 Mill. Euro. 

Geschäftsmodell überzeugt

Das Geschäftsmodell überzeugt. Erst vor wenigen Monaten hatte sich die Tradico AG bereits ein umfangreiches Investment durch namhafte Akteure sichern können: Dieter von Holtzbrinck Ventures (DvH Ventures), Earlybird Venture Capital und Speed­invest investierten im September 2016 insgesamt 2,5 Millionen Euro in das Start-up. Nun hat eine Investoren-Gemeinschaft, der unter anderem Henry Ritchotte und Hermann Hauser angehören, eine siebenstellige Summe in das Fintech investiert.

Henry Ritchotte war bis Ende 2016 Chief Operating Officer (COO) und Mitglied des Vorstands der Deutschen Bank, mittlerweile investiert er durch sein Unternehmen RitMir Ventures in vielversprechende Fintechs. Hermann Hauser gehört zu den Gründern des Computer-Herstellers Acorn und des Chipkonzerns ARM. In seiner langjährigen Karriere als Risiko-Kapitalgeber hat er in mehr als hundert Unternehmen investiert.

Stichwort

Finetrading ist eine bankenunabhängige Finanzdienstleistung für Firmen, die Waren für Produktion oder Handel benötigen. Der Finetrader tritt als Zwischenhändler auf und finanziert die verhandelte Bestellung vor.