Vom Gotthard-Tunnel bis ins Schloss Versailles

21.03.2017 • 18:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Unsere hohen Investitionen in die Produktentwicklung haben sich wieder gelohnt“, so Geschäftsführer Jürgen Rainalter. Foto: VN/Hofmeister
„Unsere hohen Investitionen in die Produktentwicklung haben sich wieder gelohnt“, so Geschäftsführer Jürgen Rainalter. Foto: VN/Hofmeister

Getzner Werkstoffe steigert dank Innovationen und namhafter Projekte erneut den Umsatz.

Bürs. (VN) 2016 war ein weiteres erfolgreiches Jahr für den Bürser Schwingungsschutzexperten Getzner Werkstoffe. Der Umsatz konnte um 3,2 Prozent auf 80,4 Millionen Euro gesteigert werden. „Wir verdanken unseren wirtschaftlichen Erfolg in erster Linie unseren engagierten Mitarbeitern“, streut Geschäftsführer Jürgen Rainalter den Beschäftigten Rosen. Mit dem Team konnte das Engagement von Getzner in den europäischen Kernmärkten weiter ausgebaut werden. Zudem gewinnen der asiatische Raum mit Indien, China und Südkorea, die USA, sowie der Mittlere Osten und Australien zunehmend an Bedeutung.

Ein Erfolgsfaktor sind auch die Neuentwicklungen. So zählen der Polyurethan-Werkstoff Sylodamp®, ein Schwingungsschutz, der besonders bei der Dämpfung von starken Stößen zum Einsatz kommt, sowie der Sylomer® Aluminium Vibrationsdämpfer, der gemeinsam mit Sapa entwickelt wurde und für weniger Vibrationen im Innenraum von Waggons sorgt und Gewichtseinsparungen bringt, zu den Getzner-Innovationen.

Realisiert wurden 2016 viele namhafte Projekte. Ein besonderes Highlight war die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels in der Schweiz. Rund 250 Züge befahren ihn täglich mit bis zu 250 km/h, der Schwingungsschutz im Tunnel stammt von Getzner. Für diese besonders starke Beanspruchung auf 57 Kilometern entwickelte das Unternehmen eine eigene Lösung, die der hohen Frequentierung, der Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit standhält. Zudem konnte Getzner den größten Auftrag für Waggonbodenlagerungen seit der Firmengründung an Land ziehen. Der Schienenfahrzeughersteller Hitachi hat seinen seit 2014 bestehenden Liefervertrag mit Getzner im letzten Jahr erweitert. Das Vorarlberger Unternehmen stattet alle bis 2018 für das „InterCity Express Programme“ des britischen Verkehrsministeriums gefertigten Züge mit elastischen Waggonbodenlagerungen aus. „Als einziger Anbieter am Markt können wir die Materialeigenschaften vibrationsisolierend und brandhemmend in einem Werkstoff kombinieren“, unterstreicht Rainalter.

Die Werkstoffe von Getzner kommen auch in Gebäuden zum Schutz vor Vibrationen und Lärm zur Anwendung. Mit dem Schwingungsschutz für das neue Auditorium im Schloss Versailles realisierte Getzner 2016 einen weiteren prestigeträchtigen Auftrag im Baubereich. 270 Punktlager aus den elastischen Werkstoffen des Bürser Unternehmens sorgen für die ungestörte Nutzung des Auditoriums und schützen zusätzlich die angrenzenden Räume. 

Positiver Ausblick

Mit diesen Highlights im Rücken blickt man bei Getzner optimistisch in die Zukunft. „Ein Ende des Unternehmenswachstums ist nicht in Sicht“, freut sich Rainalter. Im Bereich Forschung und Entwicklung werde man sich auch künftig mit der Herstellung von neuen Werkstoffen und Verfahren beschäftigen.

Fakten

Getzner Werkstoffe GmbH

» Gründung: 1969 (als Tochter der Firma Getzner, Mutter & Cie)

» Geschäftsführer: Jürgen Rainalter

» Mitarbeiter: 380 (260 in Bürs)

» Umsatz 2016: 80,4 Mill. Euro

» Standorte: Peking, Kunshan (CN), München, Berlin, Stuttgart (DE), Lyon (FR), Pune (IN), Amman (JO), Tokio (JP), Charlotte (US)

» Exportquote: 90 Prozent