Wieso der Burggraben so entscheidend ist

Markt / 27.03.2017 • 22:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Aktien sind sicher auf lange Sicht, aber sehr unsicher für morgen“, sagt Starinvestor Warren Buffet. Foto: AFP
„Aktien sind sicher auf lange Sicht, aber sehr unsicher für morgen“, sagt Starinvestor Warren Buffet. Foto: AFP

Schoellerbank-Experten setzen auf Qualitätsaktien und langfristige Strategie.

Bregenz. Die Statistik belegt es schwarz auf weiß: Die Österreicher sind keine großen Aktien-Fans. Die Zahl jener, die in Aktien investiert haben, bewegt sich seit Jahren im einstelligen Prozentbereich. Trotz Niedrigzinsen und Hoch an den Aktienmärkten lassen die meisten ihr Geld weiter auf Sparbüchern liegen. Der Hauptgrund für die Berührungsangst liegt vor allem im Risiko. Aber Angst war noch nie ein guter Ratgeber, schon gar nicht an der Börse. Rückschläge seien etwas völlig Normales, und Risiken zu minimieren funktioniere am besten durch langfristiges Investment in Qualitätsaktien, sagen Robert Karas und Christian Fegg von der Schoellerbank.

Somit ist auch die Frage nach dem perfekten Ein- und Ausstiegszeitpunkt geklärt, weil es diesen einfach nicht gibt. Die Frage könne niemand seriös beantworten, sagen der Leiter des Asset Managements und der Vorstand der Schoellerbank Invest im VN-Gespräch. Und weil man das nicht kann, sollte man sich um Langfristigkeit bemühen. Also einen Teil seines Vermögens, das man für lange Zeit nicht braucht, in Qualitätsaktien investieren und zudem Geld zur Verfügung haben, um bei Rückschlägen sehr gute Unternehmen zu billigeren Preisen nachzukaufen.

Wie definieren sich aber Qualitätsaktien? „Unternehmen mit Burggraben“, sagt Robert Karas. Heißt, Firmen, deren Geschäftsmodell so gut ist, dass die Einstiegsbarrieren für Mitbewerber hoch sind und die es in zehn Jahren noch geben wird. Eine solide Bilanz, gekoppelt mit einem bewährten Management und einem langfristigen Wettbewerbsvorteil, macht den Burggraben, den ein Unternehmen um sich zieht, deutlich breiter. Der Vorteil kann von der starken Marke bis hin zu Kundenbindung oder Patenten reichen. Coca-Cola und Novartis sind nur zwei Beispiele für Burggraben-Unternehmen.

Nicht die Nerven verlieren

Die Politik spielt indes in der Anlagestrategie kaum eine Rolle, sagt Christian Fegg. Trotz Super-Wahljahr, das heuer bevorsteht. Eine Ausnahme bildet dabei US-Präsident Donald Trump, weil seine Steuerpläne einen massiven Einfluss auf die US-Unternehmen hätten. Werden die Steuern gesenkt, wird mehr Geld frei für Konsumausgaben oder Investitionen, und den Unternehmen winken höhere Gewinne. „Das ist ein spannendes Thema für die Börse“, so Fegg. Nach dem Scheitern der Gesundheitsreform des US-Präsidenten wird nun also seine politische Durchsetzungsfähigkeit entscheidend sein. Letztlich sei es aber so, dass Bedenkenträger immer etwas finden, vor dem man sich fürchten kann. Denn letztlich sei eines der größten Risiken immer noch jenes, wenn man als Anleger seine Nerven wegwerfe.

Trumps Steuerpläne sind ein spannendes Börsenthema.

Christian Fegg, Invest-Vorstand

Wichtig ist, in Unternehmen mit Burggraben zu investieren.

Robert Karas, Asset Management