Mehr Wachstum, aber weniger Gewinn für BTV

04.04.2017 • 20:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zufriedene Gesichter im BTV-Vorstand: v. l. Mario Pabst, Gerhard Burtscher, Michael Perger. Foto: Vandory
Zufriedene Gesichter im BTV-Vorstand: v. l. Mario Pabst, Gerhard Burtscher, Michael Perger. Foto: Vandory

Sondereffekte sind Grund für Minus von 99 Millionen Euro beim Jahresüberschuss.

Innsbruck. Gerhard Burtscher, Vorstandsvorsitzender der Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV), ist mit der Bilanz des BTV-Konzerns zufrieden, obwohl der Überschuss vor Steuern von 172,5 auf 73,5 Millionen Euro schrumpfte. „Der Grund dafür sind die Einmaleffekte, die das Ergebnis 2015 beeinflussten“, so Burtscher im Gespräch mit den VN. Die Bank hat bereits bei der Präsentation der Bilanz 2015 vor einem Jahr darauf hingewiesen. Neben den Sondereffekten durch die Realisierung stiller Reserven im Wertpapiereigenstand hat die BTV auch die Sonderzahlung zur Stabilitätsabgabe, die eigentlich über mehrere Jahre bezahlt werden hätte können, mit einer Einmalzahlung in Höhe von 13,9 Millionen Euro erledigt.

„Enorme Belastungen“

Insgesamt hat die Bank im vergangenen Jahr 54 Millionen an Steuern und Abgaben bezahlt. „Das sind schon enorme Belastungen“, klagt Burtscher und weist darauf hin, dass die Umsetzung der Regelungsflut und weiterer Vorschriften die Banken nochmals einen ordentlichen Batzen kosten. Damit ist der BTV-Chef nicht allein. Auch der Hypo-Vorarlberg-Vorstand beklagte bei der Bilanzpräsentation vergangene Woche bereits Regulierung, Bürokratie und Vorschriften.

Doch zurück zur aktuellen BTV-Bilanz. Burtscher und seine Vorstandskollegen Mario Pabst und Michael Perger sehen nach dem schwierigen Jahr ihre Strategie bestätigt. „Unsere Kundenorientierung und das konservative Geschäftsmodell, das von Experimenten Abstand hält, ist für viele Unternehmen und Privatkunden attraktiv“, so Burtscher zu den Marktanteilgewinnen der BTV, die sich in den gesteigerten Kundenvolumina bemerkbar machen. Eine starke Eigenkapitalausstattung sei ob der derzeitigen Rahmenbedingungen Grundvoraussetzung für Wachstum. Dieses legte seit Ende 2015 um weitere 71 Millionen zu und hält derzeit bei 1,22 Mrd. Euro. Die harte Kernkapitalquote liegt über 14,5 Prozent und wird durch die gerade beschlossene Kapitalerhöhung (die VN berichteten vergangene Woche) weiter verstärkt. Die Kundenkredite stiegen um 406 Millionen auf 6,96 Mrd. Euro. Die Kundeneinlagen der BTV wuchsen im gleichen Zeitraum um 303 Millionen auf 7,32 Mrd. Euro, die betreuten Kundengelder um 506 Millionen auf mittlerweile 13,24 Mrd. Euro. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 9,4 Mrd. auf 10,01 Mrd. Euro, das ist der höchste Stand in der Geschichte der Bank.

Getreu der konservativen Strategie investieren die BTV-Banker weiter in Standorte. Erst am Montag wurde die neue Niederlassung in Mannheim eröffnet, die siebte Niederlassung in Bayern und Baden-Württemberg. In Vorarlberg steht im Herbst die nächste Eröffnung an. „Wir haben in den Neubau, der neben der Bank auch Geschäfte und Büros beherbergt, rund 14 Millionen Euro investiert“, betont der BTV-Boss.

Wir haben sehr solide Kunden und können verlässliche Rahmenbedingungen bieten.

Gerhard Burtscher

BTV in Zahlen

» Bilanzsumme: 10,01 Mrd. Euro (+6,2 %)

» Finanzierungen an Kunden:
6,96 Mrd. Euro (+6,2 %)

» Primärmittel 7,32 Mrd. Euro
(+4,3 %)

» Betreute Kundengelder:
13,24 Mrd. Euro (+4,0 %)

» Eigenkapital: 1,22 Mrd. Euro
(+6,2 %)

» Zinsüberschuss: 144,8 Mill. Euro (–10,5 %)

» Ergebnis finanzielle Vermögenswerte: –0,1 Mill. Euro (>–100 %)

» Jahresüberschuss vor Steuern: 73,5 Mill. Euro (–57,4 %)